Eigentlich wird es mal Zeit für eine richtig fette Verfilmung einer tauglichen Geschichte von Geisterjäger John Sinclair. Da könnte man, wie im vorliegenden Streifen, problemlos den Teufel, Erzengel, eine Entführung und eine biogenetische Verschwörung unter einen Hut bringen und hätte dabei einen verlässlichen Helden, der den Blödsinn irgendwie zusammen hält. Denn so einer wird hier schmerzlich vermisst.
Ein satanischer Zirkel unter der Leitung von Liz stiehlt das Grabtuch von Turin, um daraus die DNA von Jesu Christi zu gewinnen. Zeitgleich entführen sie die Kunstexpertin Laura, um ihr jene DNA zu implantieren und das Ergebnis Luzifer als Opfer darzubringen. Dem von Liz tödlich getroffenen Pater Marconi gelingt es noch, Erzengel Michael anzurufen, der in dessen Körper fährt und den Kampf gegen das Böse übernimmt…
Regisseur Nathan Frankowski hatte sich so einiges vorgenommen und mit der Exposition in „historische“ Gefilde einen stimmungsvollen Start hingelegt, als Erzengel Michael Luzifer dingfest machen kann und ihn in Ketten in die Unterwelt befördert. Im Hier und Jetzt kommt die Story hingegen nur schwer in Gang, da nahezu alle Figurenzeichnungen gegen Null tendieren und selbst ein Erzengel Michael kaum als Sympathieträger taugt.
Hinsichtlich der kruden Mischung nimmt sich der Stoff fast durchweg sehr ernst und bringt allenfalls eine Auflockerung, als man im Autoradio von „Devil Inside“ von INXS auf „Send Me an Angel“ von Real Life umstellt. Zwar verhält sich die garstige, ältere Liz meistens angemessen gallig, doch demgegenüber kommt Michael kaum in die Gänge, obgleich er anfangs zu Fuß fast ein Fluchtauto einholt. Auch Nebenhandlungsstränge wie vier gefangene Frauen in einem Glaskäfig fördern mit ihren Fluchtüberlegungen kaum Spannung zutage, da einige Sequenzen zu lang ausfallen und darüber hinaus weitgehend erahnbar ablaufen.
Die höllenhafte Szenerie der Unterwelt ist zwar gut gewählt, doch meistens ist diese in zu graue Töne getaucht und zu schwach ausgeleuchtet, so dass etwaige Angreifer kaum genauer auszumachen sind und selbst potenzielle Unterstützer in der grauen Masse wie gesichtslose Silhouetten wirken. Die wenigen Konfrontationen sind an einer Hand abzählbar und liefern, bis auf einen späteren Einsatz mit einer Kette kaum blutige Momente.
Die zuweilen holprig anmutenden Dialoge gehen mit den schwachen Leistungen der Darsteller einher, wogegen der Score zumindest einigermaßen antreibt und ein ordentliches Repertoire verschiedener Arrangements einbindet. Spannung ist bei alledem nur allzu selten auszumachen und auch der Showdown bringt nicht die erhoffte Finaldynamik ins Spiel.
So bleiben 106 zu lang geratene Minuten einer absurd anmutenden Mixtur, die leider nicht trashig genug ausfällt, um ansprechend zu unterhalten.
4,5 von 10