Review

Zwillingsmädchen in einem unheimlichen Hotel. Klingelt es? Natürlich, es handelt sich um „Hotel Haunting“, auch bekannt unter dem Titel „The Ghosts of Monday“ des Regisseurs Francesco Cinquemani. Wahrscheinlich hat es allein einen der fünf (!) Drehbuchautoren benötigt, um die Grundlage von Stephen King hier einzubauen.

Das Hotel Gula auf Zypern steht zwar seit einigen Jahren leer, es soll aber aufwändig restauriert werden. Bis dahin wollen der Reporter Bruce (Julian Sands) und seine Crew die Zeit nutzen, um eventuellen, paranormalen Begebenheiten nachzugehen, die auf einem Ereignis in einer Sylvesternacht beruhen. Noch vor Beginn der Dreharbeiten verschwindet jemand spurlos…

Immerhin ist die Kulisse des Hotels gut gewählt. Besonders die Fahrkabinen im Innenbereich und Teile der altehrwürdig anmutenden Bar bleiben ein wenig in Erinnerung. Darüber hinaus findet das Drehbuch weder einen Sympathieträger noch einen roten Faden. Es dauert zunächst viel zu lange, bis sich das Filmteam über inhaltliche Schwerpunkte ihres Projektes einigen kann und darüber hinaus bringen private Schicksalsschläge einzelner Individuen wenig, wenn diese zu kompletter Passivität verdammt werden.

Als es schließlich und endlich zur Sache geht, befindet sich die Erzählung bereits auf der Zielgeraden, was bei einer kurzen Laufzeit von nur 77 Minuten etwa nach einer Stunde eintritt.
Hier konnte sich das Skript erneut nicht entscheiden, worauf man nun einen Fokus legen wollte, indem einerseits ein scheinbar menschliches Wesen als Killer umhergeht, während im Keller des Gebäudes eine Kreatur ihr Unwesen treibt. Selbst die Hintergründe des Hotels schwanken zwischen einem uralten Kult und eher jüngeren Ereignissen aus den 1990ern und auch diesbezüglich wird kein eindeutiger Schwerpunkt gefunden.

Zugegeben. Das Tempo in den letzten Minuten ist enorm, es gibt so manchen Schlagabtausch und wenige, blutige Ableben, die in ihrer messerartigen Form stark an einen klassischen Giallo angelehnt sind. Selbst die letzten Einstellungen könnten unbedarfte Betrachter einen kleinen Stich versetzen, doch anderweitig repräsentiert die Pointe etwas, das einem Eingeständnis an Ideenlosigkeit gleichkommt.

So rar zypriotische Horrorstreifen auch gesät sind, so breit ist die Masse, in der vorliegendes Werk mangels Spannung und Kontinuität gnadenlos untergehen dürfte. Nicht zuletzt aufgrund nahezu durchweg schwacher Mimen, von denen Julian Sands als einziger positiv hervorsticht.
Die finalen Minuten kitten noch ein wenig, den lahmen Vorlauf kann man hingegen nicht ignorieren.
3,5 von 10

Details
Ähnliche Filme