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Lindy (Maddie Ziegler) ist sechzehn, hat einen coolen Freund & fiebert in freudiger Erwartung dem ersten Mal entgegen. Zwar hatte sie noch nie ihre Periode, aber das sollte kein Hindernis darstellen. Doch beim Frauenarzt folgt der große Schock. Der Grund für das Ausbleiben der Periode liegt darin, dass sie am Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom leidet, einer seltenen Fehlbildung ihrer Geschlechtsorgane. Nicht nur, dass sie keine Gebärmutter hat (& somit nie eigene Kinder haben wird), sie hat auch eine "blinde Vagina", also einen viel zu kurzen Vaginal-Kanal, der "normalen" Geschlechtsverkehr unmöglich macht.

Die kanadische Regisseurin Molly McGlynn (auch Drehbuch) erzählt ihre Coming-of-Age-Story unverkrampft, einfühlsam & tragikomisch, wobei es der stark spielenden Maddie Ziegler gelingt, das heftige Gefühlschaos ihrer Figur für den Zuschauer greifbar zu machen. Natürlich will sie die Sache erstmal geheim halten & versuchen, das Problem so gut es geht in den Griff zu bekommen, mit medizinischen Dildos, mit denen sie arbeiten soll, um ihre Scheide vorsichtig zu dehnen. Da das aber nicht von heute auf morgen geht, bleiben Konflikte mit den Menschen in ihrer Umgebung nicht aus. Das Ende ist in dieser Form erwartbar, aber der Weg dahin ist mit einigen schönen, unangenehmen, coolen (auf eine Motto-Party geht sie als Carrie), berührenden & aufwühlenden Momenten (& einer herrlichen "Bohr-Montage") gepflastert.

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