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Wer jetzt aufgrund des Titels vermutet, Darby würde wie etwa Abraham Lincoln, Stripper oder Tom Sawyer gegen Zombies antreten, liegt völlig daneben. Vielmehr muss die Titelgebende rastlose Seelen besänftigen, was in seiner Art am ehesten auf Teenager zugeschnitten ist.

Darby (Riele Downs) ist an ihrer Schule als Freak verschrien, da sie nach einer Nahtoderfahrung mit Toten kommunizieren und ihnen den Weg ins Jenseits ebnen kann. Als Capri (Auli'i Cravalho), die beliebteste Cheerleaderin der Klasse tödlich verunfallt, erscheint diese bei Darby. Capri will aus ihrer anstehenden Geburtstagsfeier eine unvergessliche Gedenkfeier machen, wofür sich Darby bei den angesagten Girls der Klasse beliebt machen soll…

„Meine Mom sagt, ich bin nicht schlau, also sollte ich mich dringend auf mein Aussehen verlassen“. Eine treffende Aussage einiger derer, die sich via Social Media Selbstbewusstsein erschaffen, was auch hier nicht zu kurz kommt und mit kleinen Seitenhieben versehen wird. Es geht neben den typischen Prozessen der Selbstfindung um Themen wie Geltungsdrang und falsche Wahrnehmung, aber auch um Verständnis für Andersdenkende und Außenseiter, sowie das Anerkennen eigener Schwächen.

Allerdings fallen die meisten Figuren eher stereotyp und klischeebeladen aus und auch das Durchbrechen der Vierten Wand, indem sich Darby unzählige Male direkt ans Publikum wendet, verfehlt seine Wirkung und verspielt rasch den anfänglichen Überraschungseffekt.
Zwar kommt die Hauptfigur sympathisch rüber und indem sie sich eher widerwillig einigen Veränderungen hingibt, entsteht zuweilen eine leichte Situationskomik, doch insgesamt bleibt der Humor zu brav, während die Komponente des Übersinnlichen zur Randerscheinung verkommt.

Das ist insofern schade, als dass ein Tony Danza als Geist und ehemaliger Hausmeister zu einem kaum genutzten Ratgeber verkommt, während andere Geister eher sporadisch erscheinen und keinen Einfluss auf den Verlauf ausüben. Düster erscheint hier generell nichts, wodurch die Sparte des vermeintlichen Horrors rein gar nicht genutzt wird und auch der Bereich Fantasy eher unterentwickelt bleibt.

Generell tun sich die Mimen zwar nicht als charismatische Publikumsmagneten hervor, doch die Performances reichen für seichten Stoff dieser Art völlig aus, wobei Downs in der Hauptrolle genügend Präsenz einbringt, um die Follower gewissermaßen bei Laune zu halten. Hierfür spricht auch das latent flotte Tempo, die handwerklich versierte Inszenierung und die Auswahl einiger Songs, die ein junges Publikum wahrscheinlich zwischen fresh und nice einordnen würde.

Dennoch bleibt die übernatürliche Komödie letztlich zu seicht und ideenlos, um länger im Gedächtnis zu bleiben. Nicht immer zündet der Humor, da er die Möglichkeiten des Boshaften zu wenig nutzt und auch die emotionale Komponente kommt reichlich kurz, obgleich es gegen Ende reichlich kitschig zugeht. Ein bemühtes, nicht unsympathisches, aber am Ende zu seelenloses Werk.
5,5 von 10

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