Review

Inzwischen ist ein Großteil der Kurzgeschichten aus der Feder von Stephen King verfilmt worden, wobei ja grundlegend das Problem besteht, die jeweilige auf Spielfilmlänge auszubauen. Entsprechend weicht vorliegende Verfilmung in eklatanter Form vom Verlauf der literarischen Vorlage ab.

Als Lester (David Dastmalchian) den Therapeuten Will Harper (Chris Messina) aufsucht, begeht dieser in einem unbeobachteten Moment offenbar Selbstmord. Kurz darauf werden Harpers Töchter Sadie (Sophie Thatcher) und Sawyer (Vivien Lyra Blair) von einer unheimlichen Entität heimgesucht.

Im Original ist Lester die Hauptfigur und erlebt beim Therapeuten ein böses Erwachen. Hier werden die Mädchen in den Vordergrund gerückt, was sie im Zuge der Trauerbewältigung um ihre jüngst verstorbene Mutter früh zu Sympathieträgerinnen werden lässt. Die eine oder andere Zickerei im schulischen Bereich erscheint eher überflüssig und das Klischee des Vaters, der bei keinem der Tumulte im Haus aufmerksam wird und natürlich schon von Berufswegen her nicht an das Übersinnliche glaubt, ist beinahe obligatorisch.

Lange Zeit macht sich der Titelgebende zwar akustisch bemerkbar oder huscht hier und da durch die meist schwach beleuchtete Wohnung, doch etwas konkreter wird die Gestalt erst Richtung Showdown, als Regisseur Rob Savage in Sachen Bewegung eine Schippe drauf legt, allerdings auch arg konventionell zu Werke geht. Immerhin folgt diesem noch eine finale Szene, die ein wenig versöhnt.

Denn so richtig zur Sache geht der Boogeyman selten und ein Großteil der Abläufe gestaltet sich recht vorhersehbar, obgleich eine Handvoll Jump Scares sitzt. Das gelungene Sounddesign trägt immerhin ein wenig zur Atmosphäre bei und auch die jungen Darstellerinnen leisten einen ordentlichen Job, wogegen die Herren kollektiv unterfordert bleiben.

Die 1973 erschienene Vorlage Kings ist vermutlich keine optimale, um daraus Stoff in Spielfilmlänge zu basteln, zumal sich seither unzählige Schreckgespenster im Domizil junger Heranwachsender tummelten. Auch hier sucht man Originalität vergebens, ein paar Erschreckmomente halten das dünne Skript innerhalb der 98 Minuten zusammen, weshalb eine Sichtung nur bedingt lohnenswert ist.
Knapp
6 von 10

Details
Ähnliche Filme