Review
von Leimbacher-Mario
Daddy, I Shrunk The Hits
Während „Ant-Man 3“ aka „Quantumania“ mittlerweile (zumindest für Marvelverhältnisse) als mittelgroßer Flop gilt und bei der Masse leider nicht allzu viel neue Lust auf weitere Phasen des MCU entfachte, mag ich das Teil überraschend gerne. Verkehrte Welt! Ein quietschfideles Mini-Space Abenteuer, viel näher an den Guardians oder „Thor 3“ als an seinem direkten Vorgängern. Für mich bisher klar der spektakulärste und unterhaltsamste Part der „Ameisen“-Trilogie. Scott Lang und seine Familie werden in die subatomare Quantumzone gezogen - wo ein gewisser Kang ihn gleich mal erpresst, um aus seinem riesigen Minrokosmos und Gefängnis zu fliehen. Außerdem hat diese Version des legendären Eroberers eine Historie mit Scotts Schwiegermutter, die in dieser faszinierenden Welt ja bekanntermaßen jahrelang festhing…
Guardians of the Quantum Realm?
„Quantumania“ läutet Phase 5 des MCU ein und gibt wohl am ehesten endlich mal etwas genauer eine zukünftige Marschrichtung oder zumindest einen übergreifenden Widersacher an. Bisher gab’s ja eher nur einen Multiversumflickenteppich. Hier kommen nun mehr Zug und Bedrohung rein. Ohne den typischen Ant-Man-Humor gänzlich zu vernachlässigen. Die durchgeknallten Designs und Kreaturen haben mich überzeugt. Es gibt eine nicht nur im gemeinschaftlichen Ameisensinne famose Szene mit tausenden „Ant-Men“. Die Farben und andersartigen Wirbel der Quantumebene haben mir die Augen geöffnet. Gut, dass ich ihn noch auf der großen Leinwand gucken konnte und nicht auf Disney+ gewartet habe. Ich fand auch gar nicht, dass alles zu artifiziell und nach Greenscreen aussieht, was man nach dem Trailer noch befürchtete. Viel mehr kann man das enorme (sich nun wohl rächende Budget) durchaus erkennen.
Rick, Morty & Scott Lang?
Insgesamt wird hier das MCU geschrumpft und aufgeblasen zur selben Zeit. Und in meinem Kopf funktioniert das exzellent. Rudd erdet selbst ein solch abgefahrenes, unberechenbares Abenteuer. Okay, seine Chemie zu Lilly ist nicht immer feuerheiß. Aber die Liebe zu seiner (grundsolide) neubesetzen Tochter ist jederzeit spürbar. Dazu habe ich ein paar der Sidekicks erstaunlich schnell liebgewonnen, manche Momente bekommt man in dieser Originalität und Bizarrtheit selbst bei James Gunn, Star-Lord oder in Asgard nicht zu sehen. Da sind Feige und seine Designer definitiv all-in gegangen. Zu mehr Douglas und mehr Pfeiffer sage ich nie nein. Und selbst wenn Regisseur Peyton Reed im MCU nie wirklich zu seiner DNA finden konnte, ich nicht allzu viel von ihm halte, hat her sich bei „Quantumania“ immerhin die richtigen Vorbilder herausgepickt. Oder ihm wurden diese vorgesetzt - was in diesem Fall nicht schlecht war!
Fazit: für mich der beste Ant-Man, eine würdige Einführung von Kang, ein fantastisches „Mini“-Space-Abenteuer, ein durchgehender Spaß, die Reifung von Scott Lang und bisher höllisch unterschätzt - „Quantumania“ ist (zumindest qualitativ) sicher nicht der Untergang des MCU!
P.S.: nur M.O.D.O.K. finde ich hier ziemlich verhunzt bis katastrophal!