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Bekanntermaßen bringt die globale Klimaerwärmung wenig Erfreuliches mit sich. In seltenen Fällen kann Gletscherschmelze jedoch einen positiven Nebeneffekt markieren, wenn buchstäblich tief in der Vergangenheit begrabene Geheimnisse zutage treten, was eventuell die Ausgangslage für das Werk und seine literarische Vorlage war.

Großraum Reykjavik, Island: Die Finanzangestellte Kristin erhält noch kurze Nachrichten und ein Video von ihrem Bruder Elias, bevor der Kontakt komplett abreißt. Auf dem Gletscher Vatnajökull entdeckten er und zwei Freunde das Wrack eines Flugzeugs mit Hakenkreuzmotiv. Kurz darauf gerät auch Kristin ins Visier der CIA unter der Leitung von Carr, dessen Schergen keine Gefangene machen…

Rund um die letzten Tage der Weltkriegsnazis ranken sich viele Legenden, die oftmals mit kruden Verschwörungstheorien einhergehen. Dieser Fall ist ähnlich gelagert und macht folgerichtig ein großes Geheimnis um die Fracht des Flugzeugs von 1945, bei der offenbar ein amerikanischer Pilot navigierte. Fast schon nicht mehr erstaunlich ist hingegen der allgegenwärtige Einfluss der CIA, wonach Gesetzgebungen in Island komplett ausgehebelt werden und nicht weiter auffällt, wenn Leichen ihren Weg pflastern.

Dieser setzt etwa nach zwanzig Minuten ein, als Kristin die Flucht antreten muss, da ihr ein namenloser Killer in Form von Wotan Wilke Möhring auf den Fersen ist. Mit dem Historiker Steve erhält sie einen Sidekick, der nur selten hilfreich agiert und auch sonst eher wenig zur Handlung beiträgt. Deutlich präsenter sind zwei spätere Stationen, wie etwa ein lakonischer Schafbauer, der das eine oder andere As im Ärmel versteckt hält. Allerdings passt dessen Auftritt und die damit verbundenen Aufheiterungen nicht so ganz zum kühlen bis eiskalten Ambiente der isländischen Gletscherlandschaften, die vermehrt im letzten Drittel eine stärkere Rolle spielen.

Bis dahin bleiben kleine Längen nicht aus, Abläufe im Rhythmus Hatz, Recherche, Verstecken wiederholen sich und es sind insgesamt nicht allzu viele Spannungsmomente zu verzeichnen. Nach dem eigentlichen Finale wird noch lang und breit das Geheimnis des Wracks erklärt, woraufhin man sich gar einen kleinen Freiraum für eine eventuelle Fortsetzung vorbehält. Hinsichtlich des großen Fasses, welches mit Pauken und Trompeten geöffnet wurde, entpuppt sich die Pointe als eher unspektakulär.

Bis auf die sauber eingefangenen Schauplätze rund um die Gletschergebiete unterscheidet sich der Stoff kaum vom gängigen Thriller aus Skandinavien, hier eben Island. Was darstellerisch passabel ausgefüllt und vom Score zweckdienlich untermalt wird, gerät mit 112 Minuten Laufzeit ein wenig zu lang und letztlich auch zu austauschbar, denn abgesehen von irrationalen Beweggründen gestaltet sich der Verlauf über weite Teile zu erahnbar und frei von Kniffen, um länger in Erinnerung zu bleiben.
5,5 von 10

 

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