Der Film beginnt mit den Gedanken, Sorgen und Hoffnungen der Gangmitglieder im Bezug auf das bevorstehende Treffen, alle Gangs von New York sind geladen, Waffen verboten und jede -Gang darf 10 Mitglieder schicken.
Dieser Anfang leitet perfekt einen Film ein wie er stimmiger nicht sein kann, niemals zuvor und niemals wieder hat es ein Film geschafft die Situation einer Gruppe auf verlorenem Posten in einer zwar überzogenen, aber denoch realistischen Situation so kongruent darzustellen.
Im Getümmel einer großen Polizeiaktion wird der Initiator der großen Gang-Convention erschossen, ein psychologisch sehr auffälliger junger Mann mit zerlumpten Klamotten denunziert lauthals die Warriors und der Wahnsinn nimmt seinen Lauf.
Verlassen, leicht orientierungslos und sich selbst noch nicht vollends bewußt über den Ernst ihrer Lage machen sich die Warriors zurück auf den Weg nach Coney Island.
Die Stimmung die dieser Film jetzt einfängt passt zu jedem Zeitpunkt vollends, die Charakter verstehen sich perfekt darauf dem Zuschauer die Symbiose aus Angst und jugendlichem Leichtsinn zu vermitteln.
Auf der Flucht vor den verschiedenen Gangs rennen, prügeln, streiten und schreien sich die Warriors nun durch die verschiedene Bezirke von NewYorks Underground.
Es sind die kleinen Details die diesen Film so besonders machen, die Gesichtsausdrücke, die Ratlosigkeit nach der Zersplittung der Gruppe, dem warten auf dem leeren Bahnsteig und die Angst vor einem plötzlichen Auftauchen von Gangs. Man fühlt sich direkt ins Geschehen versetzt und fühlt mit, ich ertappe mich wie ich selbst versuche den Hintergund im jewiligen Bezirk während den Dialogen auszuspähen um potentielle Gefahren rechtzeitig ausmachen zu können. Wenn die Warriors rennen, rennt man mit und der Knoten im Bauch löst sich erst wenn die Situation zumindest für den Zeitpunkt geklärt ist. Der Film lässt einen Kaum zur Ruhe kommen, ständig sind sie der Gefahr ausgesetzt das etwas passieren kann und diese Spannung wird bis zum Ende aufrecht erhalten.
Die Streitereien und Kämpfe sowohl unter der Gang als auch mit anderen sind sehr realistisch dargestellt und zu keinem Zeitpunkt übertrieben oder realitätsfern.
Wer hier ein Actionfeuerwerk mit Schusswaffen, Explosionen und großen Stunts sucht wird enttäuscht werden.
Warriors hat da viel mehr zu bieten, plötzlich auftauchende Konflikte die durchdacht und nachvollziehbar wirken. Gerade weil der Film so realitätsnah und nachvollziehbar ist baut er eine enorme Spannung auf und wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Charaktere wachsem dem Zuschauer, zumindest in meinem Fall ans Herz und man ärgert sich über jeden Ausrutscher, jede Unachtsamkeit oder Ausfall. Die Hetzjagd raus aus dem Revier der Feinde, nach Hause in die Sicherheit und am besten wieder ins Bett, die Warriors sind müde und gestresst und wollen nur noch Heim und bis sie endlich wieder in Sicherheit sind ist man an den Bildschirm gefesselt.
Der Soundtrack passt perfekt zum Gesammtbild, freie Oberkörper und kleine Westen, Afrofrisuren und viel zu enge Hosen.
Klar sieht das alles heute teilweise etwas überholt aus, sicher wird es auch nicht genauso abgelaufen sein damalsund ob die Gangs so riesig waren sei mal dahingestellt. Aber dafür bekommt man hier top Unterhaltung mit hohem Mitfieberfaktor geboten und wenn man in der Jugend ähnliche Dinge erlebt hat ist das ganze doppelt so gut.
Wer sich auf diesen Film einlässt und sich nicht von den modischen Fehlgriffen der Gangs abschrecken lässt, wer keinen Wert auf hochglanz Optik legt aber auf gute Charakterzeichnung und hohe Spannung, der wird mit Warriors sehr gut bedient sein. Hier haben wir nämlich einen Kultfilm der diesem Ruf absolut gerrecht wird und viele Menschen auch heute noch zum positiven wie auch zum negativen inspiriert.
10/10