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Die Warriors ist Walter Hills dritte Regiearbeit zwar nicht so hart wie seine späteren Werke, aber dennoch lässt sich hier schon der Stil des Regiesseurs erkennen.
Der Film wurde 1979 gedreht und spielt auch in jener Zeit. Ort des Geschehens ist New York, welches von Banden beherscht wird. Dessen komplette Mitglieder ergeben zusammen 100000 Bandenmitglieder. Genau das hat Cyrus, selber Chef der größten Bande erkannt und lädt nun je neun Mitglieder jeder Bande zu einem großen Treffen in die Bronx ein. Unter ihnen sind die Warriors, welche aus Coney Island stammen. Leider wird Cyrus von irgendeinem Bandenmitgleid erschossen und der Verdacht fällt auf die Warriors. Diese werden nun durch die ganze Stadt gejagt und bis nach Coney Island ist es ein verdammt weiter Weg.

Der Plot will gar nicht clever sein und braucht es auch nicht. Denn Walter Hill bringt genug Action, Spannung und vor allem Atmosphäre an den Mann. Der Film beginnt mit einer fünfminütigen U-Bahn Fahrt in die Bronx. Dort lernt man durch Rückblenden schnell jedes einzelne Warriormitglied kennen. Dabei ist jeder Charakter gegeben, vom Schwachen bis zum Vorlauten. Auch die Vielfalt der anderen Banden ist grandios, jede hat ihre eigenen Farben, was den Film für die 70er sehr bunt macht. Auf dem Treffen schwingt Cyrus dann große Reden und wird erschossen. Wie er seinen grandiosen Plan umsetzen wollte, das bleibt uns vorbehalten. Nun kommt auch noch die Polizei und es kommt zu einer Keilerei. Der Mörder schiebt den Verdacht auf die Warriors, welche nun von allen Banden in der Stadt gejagt werden.

An Action darf man hier nicht zu viel erwarten, es gibt eigentlich nur zwei richtig große Prügeleien zwischen den Warriors und anderen Banden. Diese sind hart und realistisch anzusehen. Die restliche Action ist schnell erklärt, wie die kleine Rauferei zu Beginn, wo der Anführer der Warriors halb zu Brei geschlagen wird, oder einige kurze Konfrontationen mit der Polizei oder gar einer Mädchengang. Das Finale ist etwas schwächlich geraten und bietet fast keinerlei Action. Wenigstens die Hinrichtung des Mörders hätte ich gerne gesehen.

Dafür wird die Spannung stets hochgehalten, denn man weiss nie wann die Warriors angegriffen weden und man wird sich ihrer fast ausweglosen Lage bald bewusst. Die Kamera von Andrew Laszlo ist einfach perfekt und ist immer am Geschehen. Fast der komplette Film spielt in der Nacht, daher auch die starke Atmosphäre. New York ist hier eine sehr heruntergekommene Stadt, an jeder Ecke lauert eine andere Bande. Alles ist dreckig und vollgeschmiert mit Graffiti.
Auch die tolle Musikikbegleitung zeigt uns, dass wir uns hier in den 70ern befinden. Man bekommt ganze Songs zu hören, welche auch zum Schicksal der Warriors passen " Nowhere to run, nowhere to hide ". Sogar ein Radiosender berichtet über das Schicksal der Warriors und hetzt die restlichen Gangs gegen sie auf.
Als man am Ende in Coney Island ankommt, verändert sich auf einmal die Atmosphäre. Der Tag bricht an und Coney Island sieht gegen die anderen Gegenden wirklich schön und hell aus.

Produziert wurde der Film übrigens von Lawrence Gordon, welcher sehr oft später mit Walter Hill zusammenarbeitet. Dies war ihre erste gemeinsame Arbeit. Das Budget war damals sehr klein, so dass auch " Die Warriors " eigentlich ein B-Movie ist.
Auch die Darsteller sind größtenteils unbekannt. Das bekannteste Gesicht dürfte hier der junge James Remar sein, welcher hier in seiner Rolle als Ajax oft den Starken Max makiert, dies wird ihm bald zum Verhängnis. Und Michael Beck zählt auch noch zum bekannteren Personal. Nach Tod des Gangoberhaupts ist er das Oberhaupt und verkörpert Dieses auch mit der notwendigen Härte.

Von den etwas schwachen und prolligen Dialogen darf man sich nicht stören lassen. Man kommuniziert hier im Bandenstil, was bedeutet: Viele Schimpfwörter, Fäkalsprache und keine hintergründigen oder gar innovativen Dialoge. Da man ja weiss worum es geht, stört dieser Faktor eigentlich gar nicht.
Die Warriors ist zu keiner Zeit langweilig, hat Spannung, eine tolle Atmosphäre und einen groovigen Sound. Nur vom Finale hätte ich mir mehr erwartet. Die Darsteller sind allesamt keine Edelmimen, passen aber gut in den Bandenfilm und überzeugen in so einer Rolle.

Von mir gibts glatte 7 von 10 Punkten.

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