Review

Trash?? FSK 12??
Diese beiden Aussagen mit "The Warriors" in Verbindung zu bringen, ist meines Erachtens völlig unangebracht. Ok, manche Szenen erscheinen etwas unglücklich, z.B. eben jene, in denen der Soundtrack zum Vorschein kommt. Denn rockige Lieder zerstören einfach die Atmosphäre. Und die Frau aus dem Radio müsste auch nicht zeigen, würde man die Stimme vielleicht nur im Off hören und dazu keine Bilder zeigen, wäre vielleicht etwas klüger gewesen.
Zur Gewalt. Die ist zwar nicht explizit, aber eigentlich den ganzen Film über enthalten. Es spritzt auch kein Blut, doch Gewalt muss ja nicht immer mit dieser roten Körperflüssigkeit konotiert werden, oder? Ob das dann gleich eine FSK 18 gerechtfertigt, ist natürlich in den Raum gestellt, aber bei den FSK 18-Filmen, die hier die Videotheken zieren, vor allem die Neuheiten, kann man diese hier auch verstehen.
"The Warriors" könnte von Carpenter sein, würde Hill hier nicht seine Finger im Spiel gehabt haben. Denn sowohl Atmosphäre als auch Musik rechtfertigen Vergleiche mit Filmen wie "Klapperschlange". Es herrscht auch eine gewisser Art Endzeitstimmung, ist das Verhältnis von Banden und Cops immerhin 5:1. Zu Beginn des Films treffen sich alle Banden in der Bronx. Es herrscht ein Waffenstillstand unter ihnen. Der Chef einer Band spricht sich auf dieser Versammlung öffentlich für eine Fusion aller Banden aus, um die Macht über die Stadt zu erlangen. Doch plötzlich wird eben dieser Redner von einem Bandenmitglied erschossen. Als Schuldige werden fälschlicherweise die "Warriors" ausfindig gemacht, die auf ihrem Weg nach Hause nun jede Menge Gegner haben, gegen die sie sich zur Wehr setzen müssen. Dumm nur, dass so gut wie alle Banden über weitaus mehr Mitglieder verfügen als die "Warriors".
Wie gesagt, die Musik ist genial, wirklich wie die von Carpenter. Düster, aber auch bei Kämpfen oder Verfolgungsjagden stets passend. Viel Optimismus gibt’s hier auch nicht zu sehen, alles ist voll von Düsternis, Dunkelheit und rauen Bildern. Teilweise merkt man auch die Unzufriedenheit der "Warriors", die anscheinend selber nicht mit ihrem Dasein als simple Bande zurechtkommen. Das Ende stellt einen kleinen Lichtblick in einem sonst sehr deprimierenden Film dar, der nur wenig Platz für coole Sprüche oder Witze lässt.
Auf die Charaktere wird auch nicht großartig eingegangen, lediglich Swan, der auch eine Art Hauptperson spielt, wird dem Zuschauer etwas näher gebracht, ist er doch auch die meiste Zeit auf der Mattscheibe zu sehen.

Wer meint, "The Warriors" stellt einen simplen 08/15-Banden-Film dar, hat sich getäuscht. Denn der Film hat durchaus seine tiefgründigen und anspruchsvollen Momente, die zwar nicht besonders intensiv ausgeprägt, aber immerhin vorhanden sind. Dass die meisten Schlägereien dann dennoch sinnlos sind, dürfte unumstritten sein, doch in unserer heutigen Gesellschaft gibt es das ja auch noch. Von daher erscheint Nichts wahnsinnig utopisch.
Ein guter Film, der zwar voller Gewalt ist, aber dennoch nicht schwer konsumierbar ist. Zumindest nicht aufgrund der Gewalt. Wer eine blutdurchtränkte Orgie erwartet, liegt falsch. Sicherlich auch für Leute geeignet, die auf den anspruchsvollen Film setzen. ZU viel Tiefgang sollten die sich aber nicht erwarten. Dumm ist "The Warriors" jedenfalls nicht. Aber gut!! 8/10 Punkte

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