Review

„The Warriors“ ist ein unterhaltsames Frühwerk von Walter Hill, wenn auch nicht ganz so spektakulär wie seine späteren Filme.
Die Warriors sind eine Straßengang von vielen in New York, die ein Territorium in Cony Island für sich beanspruchen. Doch Delegierte der Gang machen sich wie bei fast jeder Bande in der Stadt auf, um in die Bronx zu kommen, denn dort hat der mächtige Gangboss Cyrus (Roger Hill) ein Treffen veranstaltet. Bereits der Beginn ist recht spannend gestaltet, welcher die lange Fahrt der Warriors in die Bronx ziemlich anschaulich zeigt und dabei noch über Rückblenden die einzelnen Mitglieder und ihre Einstellungen noch ein wenig charakterisiert.
Cyrus hat für die versammelten Straßengangs einen ganz besonderen Plan parat: Er will den für das Treffen vereinbarten Waffenstillstand aufrechterhalten und die Gangs zu einer einzigen Kraft vereinen, der weder Polizei noch Syndikat gewachsen sind. Hier ist der Film recht stimmungsvoll, da man bei der Versammlung (und auch schon in der Anfangsszene) zig verschiedene Gangs mit unterschiedlichen Outfits usw. zu Gesicht bekommt, die sehr exotisch sind.

Doch dann kommt es bei dem Treffen zu Eklat: Ein Gangmitglied erschießt Cyrus. Dann taucht zu allem Überfluss noch die Polizei auf und es kommt zu einer Massenflucht. Auch die Warriors fliehen nach Hause, doch bald haben sie ernste Probleme: Der Mörder von Cyrus überzeugt die Gangs, dass ein Warrior Cyrus erschossen habe. Eine Hetzjagd beginnt...
Die Story von „The Warriors“ kommt simpel, aber dennoch ziemlich spannend daher. Die Einführung ist schnell beendet und danach wird nur noch die Odyssee Richtung Heimat beschrieben. Dabei ist das Tempo meist recht hoch und die Spannung steigt auf ein solides Niveau. Leider sind die Dialoge teilweise etwas zu platt und doof, auch wenn sie auch nicht schlimmer sind als die von den meisten Machostreifen dieser Ära. Zudem sind die Dialoge auch kein zentrales Element des Films, so dass man hier einige Schwächen dann doch verzeihen kann.
Durch das Gang-Szenario kann der Film auch an Flair gewinnen, denn die exotischen Banden mit ihren eigenen Outfits, Stilen usw. bringen Abwechslung und Farbe in den Film. Über die Hintergründe erfährt man allerdings wenig, z.B. wie Cyrus sich seinen doch etwas größenwahnsinnigen Plan genau vorstellt oder ob die Gangmitglieder auch zivile Jobs haben. Doch als gelungene Anreicherung für das Jagdszenario geht der Ganghintergrund auf jeden Fall in Ordnung. Auch eine Charakterisierung der Bandenmitglieder findet nur bis zu einem gewissen Grad statt, der den Figuren mehr Farbe verleiht, aber nicht wirklich in die Tiefe geht.

Es gibt auch Action in dem Film, aber mit Blick auf das Entstehungsdatum des Films kann man natürlich schnell feststellen, dass diese nicht ganz so spektakulär ausfällt. So gibt es immer wieder Jagden und Prügeleien zwischen den Warriors und anderen Gangs, die Walter Hill aber ziemlich gut abgefilmt hat und sein übliches Können dabei beweist. Der Showdown kommt fast ohne Action aus, so dass die Prügelei im Park und der Kampf auf der Bahnhoftoilette die längsten Actionszenen des Films bleiben.
Die Schauspieler sind allesamt keine großen Namen, machen ihre Sache aber insgesamt recht ordentlich. Dabei haben einige Nebendarsteller (z.B. der schwarze Bandenchef mit der Sonnenbrille) mehr Charisma als die Darsteller der Warriors, die dadurch jugendlicher und nicht ganz so hart wirken.

So bleibt mit „The Warriors“ ein spannender Gangfilm mit ordentlicher Atmosphäre, wenn auch etwas unspektakulär und mit ein paar kleinen Drehbuchschwächen.

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