Knuspiria
„Leave“ ist ein norwegischer Mystery-Horror-Chiller über eine junge Amerikanerin, die als Baby in eine satanistische Decke gewickelt gefunden wurde und die nun ihren genetischen Spuren nach Norwegen folgt, wo sie dunkle und okkulte Geheimnisse und Überraschungen erwarten…
Schatten der Vergangenheit
In seinen besten Momenten und Phasen mutet „Leave“ ein wenig wie eine unterkühlte Kreuzung aus Argento und nordischen Krimis an. Die Geistererscheinungen erinnern an die verbrannten Leichen aus „We Are Still Here“ und das nebelige Finale an „Insomnia“. Die Geschichte hat Wendungen, das europäische Flair ist unverbrauchter als etwa L.A., einige Bilder und Muster entfalten Sogwirkung. Es gibt Atmosphäre sowie Schocks. Die Hauptdarstellerin ist süß und gibt ihr Bestes. Und die Fusion der Subgenres und übernatürlichen sowie realen Elemente funktioniert. Deswegen habe ich „Leave“ nicht ungern gesehen. Selbst wenn er sich für mein Gefühl doch einige Minuten zu viel rausnimmt und grundlegende Klischees nicht verleugnet werden können. Dennoch haben europäische Länder mit solchen Stoffen meist die Nase vorn, da ihre geerdetere und nahbarere Art sympathischer und brauchbarer wirkt als glatter Genrebombast aus Übersee. „Leave“ ist eventuell etwas basic und trocken - aber voll okay wenn’s nach mir geht.
Fazit: Klischees solide gemacht? Der norwegische „Leave“ macht nicht viel anders oder besser als durchschnittliche Okkultler aus der Traumfabrik. Dennoch wirken seine bodenständige und ruhige, skandinavische Art wesentlich reifer und genüsslicher als hektische Hollywoodgruselkost. Dennoch natürlich eher schnell vergessen. Für die Zeit wo er läuft, aber nie nervig.