Review

Fightin' It Safe


Im dritten Teil der „Creed“-Reihe nimmt Hauptdarsteller und Star Michael B. Jordan direkt selbst auf dem Regiestuhl Platz - und liefert uns einen sicher, unaufgeregt und wenig (weder positiv noch negativ) in Erinnerung bleibenden Punktsieg. Der titelgebende Adonis wird nun auch schon langsam alt, hängt seine Boxhandschuhe an den Nagel und gibt einem alten Kindheitsfreund die Chance auf seine Fußstapfen und den Titel - doch der plant nach ihrer fragwürdigen Vergangenheit und Jahren im Knast nichts Gutes…

„Creed III“ hat mit Jonathan Majors einen richtig guten, authentischen Antagonisten - der Mann hat 'nen Lauf und ein phänomenales Jahr. Ich habe noch kein Projekt gesehen, dass er nicht besser gemacht hätte, allein mit seiner Aura, Gravität und seinem Charisma. Dazu ist Jordan mehr denn je in seinem Charakter, eine pushende Trainingsmontage darf nicht fehlen, die Kampfsequenzen wirken hart wie herzlich, dynamisch wie dumpf. Der Soundtrack bietet immerhin etwas für Rapfans. Das ganze Projekt samt Geschichte wirkt persönlicher denn je, positiv klein und echt gehalten. Eine Antithese zu „Rocky III“ und „Rocky IV“. Dazu verleiht er irgendwie auch dem verhassten Grundgerüst von „Rocky V“ eine neue Wertigkeit und Wirkung. Thompson und Jordan haben Chemie und man kauft ihnen ihre gereifte Beziehung voll ab. Ihre Filmtochter ist zwar nur Beiwerk, nervt aber null. Es braucht keine Chameos und kaum Easter Eggs mehr, Jordan verschafft Creed zu seiner eigenen DNA und macht sein eigenes Ding. Selbst wenn er dabei vielleicht manchmal etwas mutlos, passiv und arg gefangen in gewohnten Mustern, Klischees und Checklisten bleibt. Es fehlen deutlich im Kopf bleibende Wow-Momente und überraschende Leberhaken. Von Langeweile oder fehlender Daseinsberechtigung kann aber noch keine Rede sein. 

Fazit: persönlich, solide, modern - aber sicher kein Highlight der Creed- geschweige denn Rocky-Reihe. Ein brauchbares Regiedebüt für Jordan aber allemal und ein knackiger Boxfilm, der sich eben ein wenig zu austauschbar an gängigen Must-Haves seiner Disziplin abarbeitet. Ein ordentlicher Lückenfüller. Nur nichts Besonderes. 

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