iHaveCNit: Inside (2023) – Vasilis Katsoupis – Square One Entertainment
Deutscher Kinostart: 16.03.2023
gesehen am 08.03.2023 in OmU Spotlight-Sneak
Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie – Reihe 4, Platz 9 – 21:00 Uhr
gesehen am 16.03.2023
Cineplex Apollo-Kinocenter Wiesbaden – Beta – Reihe 1, Platz 4 – 19:00 Uhr
Dieses Wochenende hat einen interessanten Thriller zu bieten, der der Debütfilm des Dokumentarfilmers Vasilis Katsoupis ist und niemand geringeren als Willem Dafoe in der Hauptrolle zu bieten hat. Der Film, der eine interessante Variation des Survivalthrillers ist, trägt den Namen „Inside“ und hat mir durchaus sehr gut gefallen.
Irgendwo in New York in einem Luxus-Penthouse. Ein Kunstdieb bricht ein und hat wenige Minuten Zeit für seine Auftraggeber wichtige Werke zu stehlen und zu verschwinden. Doch dann kommt es zu einer Fehlfunktion des Sicherheitssystems und das Penthouse ist hermetisch abgeriegelt, so dass für den Kunstdieb kein Entkommen mehr möglich ist. Während ihn seine Auftraggeber scheinbar fallen gelassen haben, der Besitzer des Penthouse auf unbestimmte Zeit verreist ist, beginnt für den Kunstdieb der Kampf ums Überleben und gegen den Wahnsinn, während er nach einer Möglichkeit sucht, herauszukommen.
Survivalthriller, in denen ein Mann mit unterschiedlichsten Survivalsituationen zu kämpfen hat, gibt es schon zahlreich, wenn man an Filme wie Danny Boyles „127 Hours“ mit James Franco, Joe Baenas „Arctic“mit Mads Mikkelsen und J.C. Chandors „All Is Lost“ mit Robert Redford denkt. „Inside“ von Vasilis Katsoupis hingegen verlegt den Survivalthriller hier von der rohen, unerbittlichen Natur in den Großstadtdschungel New Yorks in ein Luxus-Penthouse mit Smart-Home-Technologie und Hochsicherheitssystemen. Dieses Penthouse, dass vorwiegend mit Designermöbeln und diversen Gemälden und Kunstinstallationen eingerichtet ist, ist wenn es ums Set-Design geht ein sehr schöner Schauplatz für diesen Survivalthriller und natürlich auch ein Fest für Kunstliebhaber und Kunstnerds, die den Film und die Kunstsammlung des Films sicherlich durchanalysieren können, bis der Arzt kommt. Dieses Penthouse in all seinen Details ist durchaus eine wichtige Hauptrolle für sich, wäre da nicht der großartige Willem Dafoe in der Hauptrolle, der durchaus hier und da vom Regisseur freie Hand bei der Interpretation und Improvisation vieler Situationen bekommen hat und der bereits sehr oft in seiner Karriere bewiesen hat, wie gut er dem Wahnsinn verfallenden und vom Wahnsinn gezeichnete Charaktere verkörpert – und hier fügt sich der Kunstdieb, dessen Name während des Films zu keinem Zeitpunkt genannt wird und nur im Abspann als Nemo bezeichnet wird perfekt ein. Er macht die Auswirkungen dieser Survivalsituation zu jeder Zeit spürbar und auch dass sein Charakter selbst kunstbegeistert und künstlerisch versiert ist, passt hier vollkommen ins Bild. Wie sich Wahnsinn und Isolation durch Kunst und feine Details zeitgleich ertragen als auch wahnsinnig werden lässt, haben wir bereits in Stefan Zweigs „Schachnovelle“ am Beispiel von Dr. B.s Faszination fürs Schach erleben können. Was damals Schach war, ist hier in „Inside“ eben Kunst und auch die Frage nach der Beständigkeit von Kunst. Es mag sein, dass der Film vielleicht ein wenig redundant, repititiv und auch träge werden kann in seinem Verlauf, womit hier und da die Spannung vielleicht ausbleiben könnte. Mich hat das jedoch nicht gestört, da sich damit auch ein leichtes immersives Gefühl für die Situation des Films ergeben hat.
„Inside“ - My Second Look – 8/10 Punkte.