Wer glaubt, dass das nervenaufreibend Realtime-Thrilling eine Erfindung der Macher der Serie „24“ ist, der sollte sich Fred Zinnemanns Meisterwerk „12 Uhr mittags“ von 1952 zu Gemüte führen.
Schwarzweiß und so alt? Ja, viele, gerade die Jüngeren, werden abwinken und verpassen einen unerreichten Meilenstein in Sachen Western-Spannung.
Während die Uhr tickt, liefern sich Gary Copper (cool wie immer!), Grace Kelly (unvergesslich!), Olivia de Havilland (leider 2020 verstorben!) ein spannendes Psycho-Spiel um Zivilcourage und Feigheit.
Die Musik: ein Ohrwurm ohnegleichen! Der Style: Optisch zeitlos! Die Story: taufrisch wie vor fast 70 Jahren! Der Showdown: Zum Mitfiebern, auch heute noch! Und dann noch die grandiose Schluss-Szene, wenn der Marshall seinen Stern endgültig auf den Boden wirft. Eine Huldigung an diese vielsagende Szene findet man in ähnlicher Form am Ende von Clint Eastwoods „Dirty Harry“.
Fazit: He, egal, wie alt ihr seid! Wenn ihr Sinn für spannende Unterhaltung habt, dann ist das euer Film.
In diesem Sinne: „Do not forsake me, oh my darlin' … (Titellied)
Unerreicht gut – noch in weiteren 70 Jahren, garantiert.