Review

Die Ostblöcke verschwinden

„Tetris“ erzählt vom wahnsinnigen und wilden „Kampf“ um die Rechte an der titelgebenden Videospielelegende - zwischen UdSSR und Nintendo, zwischen Geschäftsmännern und Genies, zwischen Gameboy und KGB, zwischen Kommunismus und Kapitalismus, zwischen Pixeln, Politik und Pistolen, Agenten und Lizenzen, Rechten und Reichen, Chaos und Spielspaß…

Auf Apple+ gibt’s nicht jede Woche drei Handvoll neue Produktionen in alle Richtungen. Aber wenn, dann klotzt der US-Technikriese nahezu immer. Und „Tetris“ ist ein weiteres Beispiel für deren exzellenten, fast nie gerusht wirkenden, eher handverlesenen Output. In der Tradition von „Argo“, „Air“ oder gar „Tinker Tailor Soldier Spy“ wird hier ein Cold War-Bürohengst-Feuerwerk abgefackelt, das vor allem für Gamer ganz klar als Must-See deklariert werden muss. Egerton kann man nur mögen, selbst wenn er manchmal Richtung Overacting neigt. Die eiskalte 80s-Atmo im abgeschotteten Russland. Dass alles wirklich sehr nah an der wahren Geschichte ist. Man kann’s kaum glauben. Ist aber so. Die Pixelkunst zwischendurch. Das Tempo. Der Look. „Mein“ Thema, selbst wenn ich immer eher Sony-Fanboy war. Dennoch ist „Tetris“ und eben diese Geschichte natürlich ein dicker Brocken und WTF?!-Moment in der Gaminghistorie, der auch weit über dieses Hobby hinaus geht. „Tetris“ macht Fun, „Tetris“ geht nicht vom Gas, „Tetris“ ist interessant, „Tetris“ ist waghalsig und nicht halb so trocken, wie er sich auf dem Papier lesen lässt. Für mich eine flottesten und positivsten Überraschungen des Filmjahres. Eine Gute-Laune-Gaming-Geschichtsstunde.

Fazit: für Gamer ein Film-Essential - „Tetris“ erzählt eine verrückte Geschichte, die man sich hätte kaum besser ausdenken können. Genialität, Kommunismus, Wirtschaft, Freundschaft, Mut. Kein Highscore, aber für seine Lauflänge süchtigmachend. Auf Apple+ gucken!

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