Review

Unter Dreamworks SKG gehalten, in Verbindung mit den üblichen kleineren eigenen Produktionsfirmen, hier etwas auf die jüngeren Darsteller absehend, vielleicht auch auf die jüngeren Zuschauer, mit dem Hauptdarsteller der American Pie Reihe, es bleibt ein Woody Allen, von der ersten Sekunde an bis zum Schluss, Allen spielt auch selber mit, er schreibt und dirigiert. Biggs stellt sich selber vor, er erzählt die Geschichte, er arbeitet mit Allen zusammen, trotz des Altersunterschiedes, man hat das gleiche Ziel, intellektuelle Witze, Witze, die die Wahrheit trotzdem kundtun und weiser sind, Allen gibt ein paar zur Kostprobe im Park während eines gemeinschaftlichen Gespräches, die kann man schlecht wiedergeben, so intellektuell sind sie. Beide auf der Suche nach dem Erfolg, Einer mit Anfang 20, der Andere 3x so alt. Das "göttliche Na wenn schon" wird hier eingespeist, dargereicht, Biggs schweigt. Er hört zu, immerhin, beteiligt sich aber nicht, um die Gage wird gefeilscht auch später, mit Gastauftritt von De Vito, der nur Manager von einem der beiden ist. Eine Talkshow hier gezeigt, ein Hin und Her laufen und Erzählen, vorher ein wunderschöner Tag im Central Park, über Frauen wird auch geredet, Allen hält sich an der Zeitung fest, "Denk drüber nach:" Biggs erzählt in die Kamera, man möchte in die Nachtclubs, eine Konferenz veranstaltet, ein Qualitätsstoff, ein Manager namens Harvey, 25% der Honorare sind für den Manager, er war für ihn da, als die Ehe in die Brüche ging, der junge Mann geht schon zur Psychoanalyse, Allen war auch schon in der Psychiatrie, für 6 Monate, in der Zwangsjacke, so heißt es hier, auch eine Trennung von einer Frau die Ursache, beide Männer haben etwas Gemeinsames, sie konnten nicht allein sein, es wird oft gesprochen, auf den Straßen, in Restaurants, Biggs ist aber neu verliebt, mit schwierigen Phasen, Allen drückt auf diesen wunden Punkten herum, Biggs will einen Roman schreiben, so wie oft ein seinen Filmen, ein oft wiederkehrendes Thema, ein Schreiberling im Kommen und Entstehen:

Jerry Falk [ Jason Biggs ], ein aufstrebender Schriftsteller aus New York City, hat eine Freundin namens Brooke [ KaDee Strickland ]. Er verliebt sich in Amanda Chase [ Christina Ricci ] und beginnt eine Affäre mit ihr. Brooke erfährt von Jerrys Untreue und verlässt ihn, während Amanda ihren Freund Bob Stiles [ Jimmy Fallon ] für Jerry verlässt. Jerry wendet sich an den alternden, erfolglosen Künstler David Dobel [ Woody Allen ], der ihm neben seinem Manager Harvey Wexler [ Danny DeVito ] als Mentor zur Seite steht und versucht, Jerrys Liebesleben in Ordnung zu bringen.

Biggs spielt zu uns, zu uns Zuschauern, Allen ist noch nebenberuflich Lehrer, Biggs stellt uns seine Freundin vor, "ein echtes Wunder", sie lässt ihn im Regen stehen, er sucht Kontakt zu uns, Ricci ist die Freundin, gutaussehend und etwas besonderes, aber schlecht gelaunt, ihr größter Gegner, die junge Beziehung und schon am Scheitern, vor dem Restaurantbesuch schon den halben Kühlschrank leergemacht vor Frust, auch Ricci spricht in die Kamera, schaut uns aber nicht an, es gibt Jahrestagsessen, dass schon von Beginn an scheitert. Für ein Sandwich reicht es noch, das Dinner hat man abgesagt, dafür kommen noch mehr schlechte Nachrichten, ihre Mutter zieht ein, es wurde nicht angekündigt, nicht abgesprochen, es wird einfach so eröffnet, man hat kein Gästezimmer, sie will das Arbeitszimmer um modulieren, ein Streit nach dem Jubiläums-Thunfisch-Sandwich, De Vito ruft wieder an, die geschriebene Nummer soll nicht gut sein und nicht ankommen beim Publikum, es ist viel los, geschäftliche Kleinigkeiten und private Streitigkeiten, Ricci läuft fast nackt herum durch die Wohnung, sie soll eine Bombe sein, in Unterwäsche bestimmt, schauspielerisch auch geschlossene Gesellschaft, es wird über den Tod und das Begehren gesprochen, es wird auch über die anderen Frauen vorher erzählt.

Viele wollen heiraten, in jungen Jahren schon, Biggs nicht so, er streift mit seiner alten Flamme durch die Stadt, als er auf Ricci trifft, der Film fern einer Chronologie, aber durchschaubar, es gibt noch weitere Themen, Bogart, Film Noir, Eltern, es wird beim Essen miteinander gesprochen, es geht um Jazzmusik, um langsame Balladen, um viel Wahrheit in den Aussagen, Biggs die Hauptfigur, sonst redet niemand mit uns, er ist unsere Identifikation, ein junger Mann mit den ersten Gehversuchen, den ersten Schritten in das eigenständige Leben hinein, es werden ein paar Pointen gemacht und die Witze davor, Allen filmt das typisch, viel Nähe bei den Aufnahmen zu den Darstellern, ein Rondell an Darstellern oft, "Meine Kerze brennt an beiden Enden." Es wird bald zweigleisig gefahren, zweispurig, er macht sich an die Freundin eines Kumpels heran, die kurz vor der Heirat stecken, ein Charmeur mit niederen Absichten, mit dem Fremdgängertum, ein erstes Küsschen auf die Wange, ein LP-Laden besucht, so wird nur echte Musik gehört, es wird verbal offensiv, manchmal auch bildhaft, es wird sich durch die Scheiben gewühlt, mehr geredet als sich für die Musik interessiert, es werden Geschenke gemacht, Cole Porter als Geschenk, ein schneller erster richtiger Kuss, man kann nicht widerstehen, ein Verknallt sein auf beiden Seiten, eine Beziehung aus, die nächste Beziehung jetzt.

Daheim wird gelogen und betrogen, Männer halt, wieder zum Analytiker gegangen, "Reden wir von ihrem Traum", man liegt auf dem Sofa und quasselt sich um sein Leben. "Ich muss darüber nachdenken, wie ich Brooke mit Anstand enttäusche", auch eine Art des Umgangs damit, dann wieder zurückgespult in die Gegenwart, Ricci immer noch halbnackt im Sessel lümmelnd und mümmelnd, allerdings nicht an Sex interessiert, und dass seit einem halben Jahr, sie hat ihm aber andere Frauen erlaubt, die will er nicht, es gibt weitere Probleme, abturnende Eigenschaften, es ist etwas wunderlich tatsächlich, die eigene Frau, es wird sich bei dem Sechziger Jahre Mann ausgeweint, der hilft ihm kaum. Mal wird auch die in Stand-up-Comedy – Clubs gegangen, einem Kollegen zugehört, der bekommt die Lacher; auch geht es um Judentum, um Neurosen und Psychosen, um unsichtbares Hören, um offensichtliches Sehen, um unterdrückte Gefühle, "es herrscht ein wahrer veritabler Mangel an echten Talenten in dieser Welt", mittlerweile ist die Mutter eingezogen, eine laute Natur, ein herrschsüchtiges Wesen, eine anstrengende Kreatur, die Wohnung viel zu klein für Drei, eigentlich schon für Zwei, nun total überfüllt, lange Einstellungen zeigen dies deutlich, man hat kaum Platz zum Reden und zum Laufen, geschweige denn für ein Klavier, dass die Mutter im Haus haben will, dann lieber die Gespräche mit Allen, die sind wenigstens im Freien gehalten, im Zentrum von New York.

"Vertrau niemals einem nackten Busfahrer" lautet ein Buchtitel hier, dann wieder sexuell aggressiver, nichts gezeigt, verbal natürlich, es geht darum, auf sich selber zu verlassen, einmal wird nach New Jersey gegangen bzw. gefahren, eine besondere Bestellung für den jungen Mann, Allen hat das perfekte Survivalkit bereits zu Hause, er will seinen jungen Freund auch darauf vorbereiten, ein Gewehr wurde bestellt, für das Mitglied einer der am meisten verfolgten Minderheiten, er will auch einen Survivalkit für seinen jungen Freund, es ist zum Schutz, Paranoiker hier, der Freundin passt das gar nicht, ein häuslicher Zwist vorprogrammiert. Für die jüngeren Leute ist der Film erstmal nichts, es ist ein typischer Allen, viel Wortwulst, viel Text, viel Aufregung, viel Dramatik, "Ich lebe um zu dienen.", die Anrufe von De Vito auch zum ungünstigen Zeitpunkt, aber mitten im Bilde hier, im Splitscreen verfahren. Meistens bleibt man an Biggs dran, dabei natürlich auch an Ricci, beide gut aufspielend, gut passend in die Rollen, ein Akt im Dunkeln versucht, selbst das klappt nicht, die Freundin ein Wrack, man landet im Krankenhaus danach.

Ein Gespräch mit dem Manager steht später an, dass kann nur weniger aufreibend und aufregend sein als die Nacht davor, es ist voll im Restaurant, eine Besprechung steht an, De Vito gibt dem Film etwas Gravität, es wird etwas um das eigentliche Thema gesprochen, weit ausgeholt, eine neue Vereinbarung auf den Tisch gelegt, eine Verlängerung des Vertrages, es wird aus Schuldbewusstsein darüber überlegt, der Film eröffnet diverse Türen und Optionen, er stresst zwischendurch, er agiert in chaotischen Umständen, "ein zutiefst gestörtes menschliches Wesen". Man bekommt Flöhe ins Ohr gesetzt, es wird über Dostojewski gesprochen, manchmal wird mit Fremdwörtern um sich geworfen, manchmal werden sie erklärt, in leichte Sprache umgesetzt. Etwas auf die lange Distanz geht man hier, die Situation mit der Mutter erinnert an Whatever Works, auch dort der Erziehungsberechtigte nachzogen in das Heim der Tochter, unerwünscht, mit zu vielen Ansprüchen, in einen zu engen Platz, alles auf den Kopfe stellend, ihr störende Anwesenheit selber nicht bemerkend. Viele eigene Menschen, viele einzelne Menschen hier, Freud wird erwähnt und Dobel auch, auch Valium in der Hausapotheke, am besten sind die Szenen im Park, dort bekommt man etwas Luft und etwas Licht, etwas Flora und Sonne, eine normale Regung, auch einzeln gehalten, dann wieder Durcheinander in der Struktur, eine Beichte gemacht, ein Nachspionieren, alles ungute Dinge, die einiges an Humoristika ergeben. Schwarzer Humor, Zynismus und Sarkasmus, ein glatter Bruch wird vorgeschlagen, eine Idee auch, ein Nachdenken wert, eine Satire instruiert. Es geht nicht um das Kokain, es geht um das Prinzip; "Die Dollars liegen in den Jokes, Funny is money."







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