Review

Gerne würde man über ein Kriminaldrama positiveres berichten, als dass es sich bemüht, Themen wie Freundschaft, Loyalität und eisernen Zusammenhalt in den Vordergrund zu stellen und dabei viele gute Ansätze durch Langatmigkeit einbüßt.
Denn James Rowes Geschichte über drei Jungs, die einen Totschlag vertuschen wollen, gerät leider nie spannend, noch sonderlich emotional aufwühlend.

Im Zentrum stehen die Freunde um Football-Spieler Danny, den ein tolles Angebot für ein Stipendium erwartet. Mit dem autistisch veranlagten Aaron, der seine Gedanken und Eindrücke in ein Tagebuch in Form von Momentaufnahmen skizziert, verbindet sie eine tiefe Freundschaft, die ab dem Zeitpunkt auf eine harte Probe gestellt wird, als Aaron seinen tyrannischen Stiefvater erschießt und man versucht, die Leiche verschwinden zu lassen.

Was sich wie ein spannender Krimi anhört, wurde leider ein wenig trocken umgesetzt, denn ab der Tötung des verhassten Tyrannen geht die Sache erschreckend sachlich vonstatten.
Den Figuren mangelt es an Charaktertiefe und erst im letzten Drittel, als die Geschichte beinahe gelaufen scheint, offenbaren die Protagonisten ein wenig Emotionalität.
Bis dahin ist zwar nachvollziehbar, dass die drei ihren Kumpel nicht hängen lassen und sogleich mit der Säuberung des Tatorts beschäftigt sind, doch kaum jemand verfällt in Panik oder macht sich eingehende Gedanken, wie die örtliche Polizei der Angelegenheit leicht auf die Spur kommen könnte.

Sympathisch wirken die vier indes schon, da die jungen Darsteller recht authentisch agieren und das jeweils Beste aus ihrer Rolle rausholen, doch die Distanz zu den Figuren kann bis kurz vor Schluss nur schwerlich überbrückt werden.
Dabei müht man sich um ebenso sympathische Randfiguren, wie einen alten Freund Dannys, der mit weisen Ratschlägen eine Vaterfigur einnimmt und auch der Bruder seiner Freundin, der Deputy im kleinen Örtchen, vermittelt eine Beschützerfunktion, die zu keiner Zeit erzwungen, sondern recht natürlich wirkt.
Nur will der Verlauf der Erzählung einfach nicht mitreißen.

Demnach wird eine Menge taktiert und überlegt, Geschichten werden erfunden um auf falsche Spuren zu verweisen und am Ende kommt es zur unausweichlichen Konfrontation mit dem Gesetz.
Zwar blüht während der finalen Minuten ein wenig Spannung auf und Emotionalität steht stärker im Vordergrund, dafür jedoch wirken einige Verläufe unglaubwürdig, da sie lediglich dazu dienen, die Gefühlswelt des Zuschauers zufrieden zu stellen.

So hätte sich aus der Geschichte definitiv mehr ausarbeiten lassen, da einzelne Schicksale zu wenig berühren und trotz brauchbarer Prämisse kaum spannende Momente auszumachen sind.
Zumal es geschickter gewesen wäre, den autistisch veranlagten Aaron stärker in den Vordergrund zu bringen, denn ein austauschbarer Football-Spieler ohne nennenswerte Merkmale reißt innerhalb des Gefüges zu wenig.
Insgesamt nicht uninteressant, aber phasenweise viel zu behäbig, zu geschwätzig und zu redundant, um erhöhtes Interesse auszulösen.
4,5 von 10

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