iHaveCNit: Bis ans Ende der Nacht (2023) – Christoph Hochhäusler – Grandfilm
Deutscher Kinostart: 22.06.2023
gesehen am 27.06.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Kleine Harmonie – Reihe 3, Platz 9 – 20:30 Uhr
Natürlich blicke ich gerne filmisch auch mal über den Tellerrand und gerne unterstütze ich dabei auch regionales Kino. Da hat sich für mich aus den Kinostarts des noch aktuellen Kino-Wochenendes im Arthouse-Bereich Christoph Hochhäuslers „Bis ans Ende der Nacht“ angeboten, der eine interessante Idee hat und auch durch seinen Trailer meine Neugier wecken konnte.
Robert ist verdeckter Ermittler und hat den Auftrag das Vertrauen eines Online-Drogenhändlers zu bekommen und ihn damit zu Fall zu bringen. Dazu wird ihm mit Leni eine ehemalige Kontaktperson des Drogenhändlers an die Seite gestellt. Leni ist Transfrau und das Verhältnis zu ihr ist brisant, denn Robert ist schwul und der gemeinsame Auftrag sorgt mit Konflikten der gemeinsamen Vergangenheit als Leni noch Lennard war für einige Probleme.
„Bis ans Ende der Nacht“ spielt in Frankfurt und bietet durchaus eine interessante, queere und mit ambivalenten und vielschichtigen Charakteren gespickte Krimi-Romanze, die mit ihrer Amor Fou und seinem Look schon fast einem Film Noir gleicht. Dieser Film Noir wirkt so, als atme er in Anteilen sowohl den Stil von Rainer Werner Fassbinder als auch der Berliner Schule. Die Spannung zieht der doch recht behäbig ausgedehnte Film aus eben der Vielschichtigkeit und Ambivalenz seines Hauptdarsteller*innen-Duos aus Thea Ehre und Timocin Ziegler und der Beziehung zwischen dem Ermittler Robert und Leni, die eben nicht nur auf geschlechtlicher und sexueller Ebene ein sehr komplexes Verhältnis zu Identitäten haben. Jedoch spielt er sein darin liegendes Potential nicht aus – genau wie auch in dem eingebundenen Krimi-Plot. Dennoch hat der Film mir durch Inszenierung und sein Thema gut gefallen.
„Bis ans Ende der Nacht“ - My First Look – 8/10 Punkte