Review

iHaveCNit: BlackBerry (2023) – Matt Johnson – Paramount

Deutscher Kinostart: 07.12.2023

gesehen am 10.12.2023

Kinopolis Main-Taunus-Zentrum – Kino 8 – Reihe 13, Platz 20 – 21:00 Uhr

Ein interessanter Kinostart an diesem Wochenende, der vermutlich mit Blick auf die Zuschauerzahl meiner Vorstellung – ich war alleine im Saal – einen Marktanteil ähnlich dem heutigen Marktanteil von Blackberry erzielen wird – quasi 0% - ist der von Matt Johnson inszenierte „BlackBerry“, der sich mit dem Aufstieg und Fall des einst gefeierten Smartphone und den Personen hinter dem Smartphone beschäftigt.

In den 90ern treffen die Gründer von Research in Motion, Mike Lazaridis und Doug Fregin auf den Geschäftsmann Jim Balsillie. Ihr Pitch für ein mobiles Telefon mit integrierter, physischer Computer-Tastatur und weiteren Funktionen wie dem Versand von E-Mails und Terminplanungsassistenten läuft nicht so wie erwartet, weil Mike viel von Technik, aber nicht viel von wirtschaftlichem Geschick und Verhandlungen versteht. Unerwartet stößt Jim in die Firma von Mike und Doug und verhilft mit seinem wirtschaftlichen Geschick der erfolgreichen Vermarktung und Produktion dieses fortan als „Blackberry“ bekanntem Smartphones. Noch ahnt Mike nicht, dass diese Entwicklungen auch seine Freundschaft zu Doug gefährden und neben feindlichen Übernahmen auch eine besondere Entwicklung eines Steve Jobs „Blackberry“ vor eine extreme Herausforderung stellen wird.

Basierend auf dem Buch „Losing the Signal: The Untold Story Behind the Extraordinary Rise and Spectacular Fall of BlackBerry“ von Jacquie McNish und Sean Silcoff hat der kanadische Regisseur und Schauspieler Matt Johnson, der hier im Film auch die Rolle des Doug Fregin übernimmt, eine zwar konventionelle, aber durchaus unterhaltsame biographische Aufarbeitung der Geschicht um Blackberry inszeniert. Der Film ist hier strukturell in 3 wichtige Jahre als Kapitel unterteilt und bietet mit einem weiteren 4. Jahr so etwas wie einen Epilog. Klassische 3-Akt-Struktur könnte man meinen, wenn man vom Beginn, vom Aufstieg und vom Fall erzählen möchte. Für Technerds, Businessnerds und auch Nerds im Allgemeinen ist der Film auf jeden Fall sehr interessant. Auch im Hinblick auf die Charaktere liefert der Film unter anderem mit Glenn Howertons Darstellung von Jim Balsillie eine abgebrühte Arroganz und Opportunismus, die einen in der Antipathie fast abstoßen kann. Die für mich stärkste Darstellung ist jedoch hier von Jay Baruchels Mike Lazaridis, der auf technischer Seite ein wissenschaftliches und technisches Genie in Perfektion ist, dem es jedoch wie dem Großteil der Technerds bei Research in Motion an zwischenmenschlichem und wirtschaftlichem Geschick mangelt und vor allem wie durch die Entwicklungen, den Erfolg und auch dem Fall von Blackberry eine vielschichtige Charakterentwicklung zu sehen ist, weil sie auch in dieser Form des notwendigerweise karrieristischen Opportunismus von Konflikten gegenüber seinen einstigen Freunden wie Doug Fregin und auch gerade im Blick auf Entwicklungen gegenüber der Konkurrenz von seinem Qualitätsanspruch und der Abneigung gegenüber in China gefertigter Technik geprägt ist und dahingehend dieser Film eine gewisse Faszination auslösen kann.

„BlackBerry“ – My First Look – 8/10 Punkte.





Details
Ähnliche Filme