IiHaveCNit: Irgendwann werden wir uns alles erzählen (2023) – Emily Atef – Pandora Film
Deutscher Kinostart: 13.04.2023
gesehen am 18.04.2023
Arthouse-Kinos Frankfurt – Cinema – Studio – Reihe 3, Platz 1 – 20:45 Uhr
Irgendwann … sind ein paar Dinge für mich im Kino und Allgemein auf dem Bildschirm erschienen. Meinen ersten Film der Regisseurin Emily Atef hatte ich gegen Ende letzten Jahres mit „Mehr denn je“ gesehen. Die ersten filmischen Berührungspunkte mit der jungen Schauspielerin Marlene Burow hatte ich letztes Jahr, als sie nicht nur kleiner Teil des Ensembles in Karoline Herfurths „Wunderschön“ war, sondern auch die Hauptrolle in „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ gespielt hat. Und Felix Kramer ist mir durch die Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ und auch die weitere Christian Alvart-Zusammenarbeit „Freies Land“ aufgefallen. Dementsprechend war ich interessiert daran, was es mit der Romanverfilmung des Romans von Daniela Krien“ Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ von Emily Atef mit eben Marlene Burow und Felix Kramer auf sich hat. Im Hinblick auf einen Zusammenhang mit „In einem Land, das es nicht mehr gibt“ und „Freies Land“ könnte man auf die Idee kommen, dass beide scheinbar aus dem Osten nicht mehr wegkommen.
Die junge Marie lebt mit ihrem Freund Johannes auf dem elterlichen Hof in Thüringen. Wir haben 1990, die Mauer ist gefallen und in Ostdeutschland machen sich sowohl zweifelnde als auch hoffnungsvolle Gedanken zum Umbruch und Aufbruch in die Zukunft breit. Inmitten dieser Zeit des Umbruchs kommt Marie dem älteren Einzelgänger Henner näher und zwischen beiden entstehen gegenseitige Anspannungen auf sowohl sexueller als auch romantischer Ebene. Doch auch für die Beiden steht irgendwann eine prägende Entscheidung in dieser Aufbruchsphase an.
In flirrenden, sommerlichen Bildern und gelegentlichen, schweren Streichertönen unterlegt, inszeniert Emily Atef vor allem die Geschichte einer eigentlich verbotenen Liebe auf sehr stille, intime und damit auch faszinierende Art und Weise, die mehr durch feine Gesten zeigt, statt sich immer konkret zu erklären. Hier kann sich Emily Atef vor allem auf ein großartiges Darstellerduo aus Marlene Burow und Felix Kramer verlassen, deren Chemie gleichermaßen glaubwürdig als auch aufgrund der Konstellation vielleicht etwas befremdlich wirken kann. Eingebettet wird diese Geschichte einer verbotenen Liebe in ein sehr stimmiges Bild ländlicher Regionen in der Umbruchsphase Ostdeutschlands. Vielleicht kommt dieses stimmige Setting und die gesamten Details bei dem Fokus auf den Kern der Liebesgeschichte etwas zu kurz und vielleicht dreht sich diese Geschichte auch ein wenig zu stark um sich selbst, so dass der Film mit 132 Minuten vielleicht ein wenig zu lang geraten sein könnte. Nicht zu vergessen, dass sich bereits vor über einem Jahr mit Sabrina Sarabis „Niemand ist bei den Kälbern“ durchaus ein thematisch ähnlicher Film in den Kinos befand.
„Irgendwann werden wir uns alles erzählen“ - My First Look – 8/10 Punkte.