Review

Der von Guy Nattiv inszenierte Film konzentriert sich auf die ehemalige Premierministerin von Israel, Golda Meir. Allerdings zeigt „Golda“ nur einen sehr kleinen Ausschnitt aus dem Leben der Politikerin und thematisiert die Ereignisse rund um den im Oktober 1973 wütenden Jom-Kippur-Krieg, bei dem arabische Staaten, insbesondere Ägypten und Syrien, einen Angriff auf Israel durchführten.

Geschichtsstunden oder Porträts können ein spannender und vielleicht lehrreicher Filmstoff sein. Nattivs Beitrag lässt mich da auf mehreren Ebenen eher ratlos zurück, denn er funktioniert in keiner Disziplin als Anschauungsobjekt. Als Nachzeichnung der historischen Ereignisse fehlt es ihm an Einordnung, da ist es mit ein paar Sätzen zu Beginn nicht getan. Seine Perspektive ist sehr eng und es scheint, als sei das hier von vornherein für ein Publikum gedacht, das mit dem Konflikt ohnehin schon gut vertraut ist.
Als biographische Präsentation ist er ebenfalls unzureichend. Meir wird (mit sehr wenigen Ausnahmen) allein im Rahmen des Jom-Kippur-Kriegs in Szene gesetzt. An Aktionen, Reaktionen und Abwägungen arbeitet sich das Skript ab, ebenso an Zahlen. Am Ende bleibt aber keinerlei Gefühl für das Leben dieser Person. Da mag man aufgrund des eng gewählten Zeitraums, der hier besprochen wird, Absicht unterstellen. Doch bleibt dann auch die Frage nach der Notwendigkeit des Porträts, wenn man nichts über die Titelfigur erfährt.

Diese wird von einer dauerquarzenden Helen Mirren unter einen Kilo Make-up dargestellt, immerhin eine gewisse Ähnlichkeit ist zu erkennen. Ansonsten kümmert sich Nattiv um eine sprunghafte Erzählung des historischen Ereignisses, meist in Innenräumen mit Meirs Krisenstab. Ein Kniff allerdings sorgt in manchen Szenen für eine gesteigerte Immersion, wenn die stattfindenden Gefechte durch reale Tonaufnahmen von diesem Geschehen begleitet werden.
Aufgrund der fehlenden Unterfütterung mit informatorischer Tiefe eine wenig packende Geschichtsstunde.

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