iHaveCNit: Reality (2024) – Tina Satter – Grandfilm
Deutscher Kinostart: 08.02.2024
gesehen am 12.02.2024 in OmU
Mal Sehn Kino Frankfurt – Reihe A, Platz 7 – 19:45 Uhr
Die ersten Monate in diesem Jahr könnten vor allem ganz im Zeichen von Sydney Sweeney stehen und ihr im filmischen Bereich mit einer vielseitigen Palette von filmischen Beteiligungen sowohl in Neben- als auch Hauptrollen den Durchbruch bescheren. Von Rom-Coms wie „Anyone But You“ (hierzulande „Wo die Lüge hinfällt) über Superhelden-Action-Kino wie „Madame Web“ bishin zu Horror wie „Immaculate“ gehören auch Thriller zu dieser vielseitigen Palette – Thriller wie Tina Satters „Reality“, der irgendwie thematisch zeitlich gut gelegen kommt – gerade weil sich Geschichte wiederholen könnte.
Es ist die Nachmittagszeit des 3. Juni 2017 in einer Stadt im US-Bundesstaat Georgia. Die Linguistin, Geheimdienstmitarbeiterin und Air-Force-Veteranin Reality Winner ahnt nach ihrem Einkauf noch nicht, dass vor ihrem Haus einige Männer, darunter die FBI-Agenten Garrick und Taylor auf sie warten und eine Vernehmung und Hausdurchsuchung vornehmen werden. Warum ? Das wissen beide Seiten ganz genau ! Dennoch entbrennt sich ein brisantes, verbales, einengendes Schachspiel über die Hintergründe.
„Reality“ ist ein biographischer True-Crime-Thriller, der auf den aufgezeichneten Audioprotokollen und Mitschriften der echten Vernehmung von Reality Winner basiert, die in der Zeit nach dem Wahlkampf zur Administration des damals gewählten US-Präsidenten Donald Trump an brisante Informationen zur Manipulation des Wahlkampfs durch Russland gelangt ist und diese an die Öffentlichkeit weitergegeben hat. Der Film ist bis auf wenige Ausnahmen wie ein psychologisches Kammerspiel konzipiert, dass sich hauptsächlich auf das kleine Haus von Reality Winner begrenzt und den grundsätzlichen Fokus auf sowohl die von Sydney Sweeney großartig gespielte Reality Winner und die beiden FBI-Agenten Garrick und Taylor, gespielt von Josh Hamilton und Marchánt Davis, die mit ihren Dialogen allein ein extrem spannendes Katz- und Maus-Spiel erzeugen, dass durch die Inszenierung der Enge, dem Rücken zur Wand, der Musik und auch einer gewissen Symbolik ein sich stetig aufbauender Thriller wird, der gleichermaßen fies und unangenehm wird in seinen kompakten 82 Minuten und durchaus viel ambivalenten Zünd- und Diskussionsstoff mitbringt. Mit dem Einbetten der echten Aufzeichnungen ergibt sich sogar eine gewisse semidokumentarische Ebene des Films.
„Reality“ - My First Look – 8/10 Punkte