Review

iHaveCNit: Die Sirene (2023) – Sepideh Farsi – Grandfilm

Deutscher Kinostart: 30.11.2023

gesehen am 29.11.2023 in der Spotlight-Sneak OmU

Arthouse-Kinos Frankfurt – Große Harmonie - Parkett – Reihe 4, Platz 9 – 21:00 Uhr

gesehen am 03.12.2023 in OmU

Mal Sehn Kino Frankfurt – Reihe H, Platz 10 – 21:45 Uhr

Während Walt Disney an diesem Wochenende einen relativ anspruchslosen Animationsfilm für die jüngeren Zuschauer in die Kinos gebracht hat, gibt es an diesem Wochenende für die das anspruchsvollere, erwachsene Publikum auch einen Animationsfilm der iranischen Regisseurin Sepideh Farsi, der mit der Beteiligung von Deutschland, Frankreich, Belgien und Luxemburg produziert wurde mit dem Titel „Die Sirene“.

Eigentlich ist der junge, in der iranischen Ölmetropole Abadan lebende Omid gerade dabei, mit seinen Freunden Fußball zu spielen. Bis ein Raketenangriff dieses Fußballspiel unterbricht. Inmitten der immer chaotischeren Zustände der Stadt versucht der junge Omid damit fertig zu werden, dass sein geliebter großer Bruder Abed zum Krieg an die Front eingezogen wurde und er noch zu jung ist, ihm zu folgen. So sucht er seine Rolle in diesem Chaos, bei dem er auf viele unterschiedliche Menschen trifft und einen Entschluss fasst, wie er und diese Menschen aus diesem Chaos fliehen können.

„Die Sirene“ hat einen sehr minimalistischen, 2D-lastigen und interessanten Animationsstil zu bieten, der es trotz seines 2D-Looks schafft eine gewisse Räumlichkeit und Tiefe zu erzeugen und durchaus mit seiner Optik auch gerade etwas ganz eigenes, unverwechselbares schafft, selbst wenn das durchaus nicht jedermanns Geschmack sein wird. Die Regisseurin Sepideh Farsi hat sich zum Thema ihres Animationsfilms dem ersten Golfkrieg zwischen Irak und Iran aus iranischer Perspektive der Menschen in der Stadt Abadan angenommen mit einem wenig präsenten Fokus auf die politischen Elemente der damaligen Zeit und auch mit einem wenig präsenten Fokus auf die Schlachtfelder des Krieges. Ihr Fokus liegt mehr auf den unterschiedlichen Menschen, die alle inmitten des Chaos in dieser Ölmetropole ausharren mussten und alle gleichermaßen Gründe hatten zu fliehen und auch zu bleiben. Repräsentativ nutzt sie hier einige, fiktive und durchaus skurrile Charaktere, die der fiktive junge Omid kennenlernen wird. Inmitten dieser Extremsituation wird die Geschichte vor allem für Omid eine Art Coming-Of-Age-Geschichte, in der er über sich hinauswachsen muss und auch die letztendliche Konklussion macht aus dem Film eine Variation der Geschichte um Noahs Arche. In seinem künstlerischen Stil schafft er es auch sehr eindringliche Bilder der Gewalt und Folgen zu zeichnen, die bei einer reellen Verfilmung der Ereignisse nicht so möglich wären. Darüberhinaus unterstützen einzelne Tagträume das fantastische Element des Films.

„Die Sirene“ - My Second Look – 8/10 Punkte. 





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