Sei nicht dumm, stell dich stumm
In „Play Dead“ stellt sich eine junge Frau tot, um sich so ins Leichenhaus zu schmuggeln, Beweismittel herauszuholen und ihrem kriminellen Bruder aus der Patsche zu helfen. Schwieriger macht die ganze Sache allerdings, dass sie dabei im Revier eines gewieften Serienkillers landet und nun selbst in Lebensgefahr schwebt…
Leichenraub hat Gold im Mund
Natürlich werden bei dem eher unbekannten und unter dem Radar fliegenden „Play Dead“ Erinnerungen an „The Body“, „The Cell“, „Autopsy of Jane Doe“, „Nightwatch“ oder „Don't Breathe“ wach. Auch an Patrick Bateman oder Dexter. Doch für standhafte Vergleiche ist er etwas zu klein und grau. Dennoch handelt es sich hier ganz sicher nicht um einen schlechten Film. Das spürt man schnell. Patrick Lussier weiß, wie man Spannung und Tempo hoch hält. Die Hauptdarstellerin ist nett anzusehen und spielt nicht übel. O'Connell als perfider und wortkarger Leichenschänder und Killer ist noch immer entgegen seines Rufs gebürstet. Das beengte Szenario ist da und die Kälte der Leichenhalle kommt ständig gut rüber. Selbst wenn man nicht mit allzu viel Sinn, Logik und Intelligenz an die Sache herangehen darf. Das Ganze hat eher europäische Vibes. Wirklich amerikanisch, hollywood oder flashy ist hier wenig. Es gibt eine Menge Anspannung und etwas Gore und Leichenfledderei (z.B. mit einer Knochensäge). Die Mischung stimmt. Und auch wenn am Ende die Laufzeit etwas austickt und sich das Ganze in meiner Kritik vielleicht etwas positiver und noch packender anhört als es in Wahrheit ist, habe ich null schlechtes Gewissen diesen straighten und gemeinen Krimi grundsätzlich zu empfehlen.
Wenn in Not, stell dich tot
Fazit: kleinspuriger und kurzweiliger (mehr oder weniger) One-Location-Thriller, den man zwar nicht als unbedingten Geheimtipp bezeichnen muss, der aber dennoch auf den Punkt kommt und an der B-Movie-Spannungsschraube zieht. Wenn man nichts Anderes zu gucken hat.