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„Eradication“ ist ein treffendes Beispiel dafür, wie ein Großteil der geneigten Zielgruppe aufgrund des vermeintlich eindeutigen Covers in die Irre geführt werden kann. Auf diesem ist eine weitgehend vermummte Gestalt mit Gasmaske und Armbrust in trüber Naturkulisse zu sehen, - da wird wohl kaum jemand einen Quarantänefilm erwarten.

David lebt isoliert in einem Haus am Waldesrand und befindet sich seit zwei Jahren in Quarantäne. Er ist womöglich einer der letzten Überlebenden einer Pandemie, welche einen Großteil der Weltbevölkerung auslöschte. Proben seines einzigartigen Blutes sollen helfen, ein Gegenmittel zu erforschen. Doch David beginnt an der Rettung der Menschheit zu zweifeln…

Auch der Einstieg mit zwei Menschen auf der Flucht suggeriert satte Action, dazu eine brennende Kulisse, welche die Apokalypse nahe legen könnte. Doch nach wenigen Minuten befindet man sich mit David in der Isolation. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt besteht aus Videocalls mit seiner Frau Sam, die als Forscherin tätig ist, während David bei seinen Aktionen im Außengelände von Drohnen überwacht wird.

Der Rest ist alltägliche Routine, die in ihrer Ausführlichkeit und unvermeidbaren Redundanz rasch zur Langeweile führt, zumal sich kaum etwas ereignet, das in irgendeiner Form Interessantes oder gar Spannendes zutage fördert. Hinzu kommt ein eher nebulöser Hintergrund zur Krankheit und der Organisation, die hinter Davids Quarantäne steckt. Erst nach einer geschlagenen halben Stunde kommt erstmals überhaupt so etwas wie Bewegung ins Spiel, als der Protagonist mit den Auswirkungen der Pandemie konfrontiert wird.

Zwar lässt sich dem Treiben eine zuweilen atmosphärische Note attestieren, wozu die Landschaft und der spärlich eingesetzte Score mit anschwellenden Soundteppichen nicht unerheblich beiträgt, doch in Sachen Action ereignet sich wahrlich nicht viel. Dies ändert sich auch kaum im finalen Akt, der immerhin eine kleine Wendung mit sich bringt, wogegen die finale Einstellung eher weniger Sinn ergibt.

Darstellerisch sind die Leistungen der wenigen Mimen im passablen Rahmen angesiedelt, die rar eingesetzten Effekte sind ansehnlich und auch die Kamera arbeitet solide und angenehm übersichtlich. Demgegenüber gestalten sich die Auswirkungen einer Pandemie zu selten spannend oder gar fesselnd, über weite Teile dominiert Ereignislosigkeit, was das Finale mit minimalen Wendungen kaum mehr auszubügeln vermag. Da wäre trotz des augenscheinlich geringen Budgets deutlich mehr drin gewesen.
Knapp
4 von 10

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