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Programmierer Gareth (Autor und Regisseur Franklin Ritch, später Lance Henriksen) wird wegen des Verdachts auf Pädophilie verhört. Doch die Sache ist komplexer: Der Visual Effects Spezialist, der angibt, bereits Alec Guiness für die STAR WARS Reihe digital wiederbelebt zu haben, hat einen kindlichen Avatar erschaffen, den er als Lockvogel für Pädophile einsetzt. „Cherry“ hat sich jedoch in den letzten Jahren durch Machine Learning zu einer eigenständigen KI entwickelt und bringt Gareth sowie die Agenten, die fortan mit ihm zusammenarbeiten, zunehmend in ein moralisch-ethisches Dilemma.  

Das Kammerspiel, das mit einem Kernpersonal von nur drei Personen (und „Cherry“) auskommt ist in drei Kapitel unterteilt, die an jeweils unterschiedlichen Locations zu unterschiedlichen Zeiten spielen. Entsprechend wird die Handlung vor allem über Dialoge entwickelt. Diese sind immer dann am interessantesten, wenn sie weiterspinnen, wie man als Mensch mit einer hochentwickelten Künstlichen Intelligenz umgehen sollte, ob diese Gefühle so weit simulieren kann, dass sie tatsächlich etwas fühlt und inwieweit freier Wille mit einer konkreten Direktive zu vereinbaren ist. 

An solchen philosophischen Fragen ist THE ARTIFICE GIRL weitaus mehr interessiert als an einer Krimihandlung mit SciFi-Einschlag, was etwas schade ist, hätte man doch beides haben können. Das Potenzial für einen spannenden KI-Thriller im Chatroomumfeld hätte der Film auf jeden Fall gehabt. So ist er bisweilen durchaus interessant und regt zum Nachdenken an, ist jedoch insgesamt zu verkopft, um wirklich zu fesseln.

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