Review

Flucht aus Absolom ist Regiesseur Martin Campbells erster großer Wurf, denn bis jetzt schlug er sich eher mit unbekannten und unterirdischen Produktionen herum. Doch hier zeigt er, dass er mehr kann, wenn man ihn nur lässt und somit erarbeitete er sich hiermit den Regiestuhl für " Goldeneye " ein Jahr später. Der Film selber ist mal eine erfrischende Abwechslung im Actiongenre und verbindet auch gleichzeitig mehrere Genres miteinander. Ein ordentliches Budget war auch vorhanden und der Kinoerfolg konnte sich auch sehen lassen. Leider ist auch dieser Streifen bei uns im schönen Deutschland indiziert und kann daher im Free oder Pay TV niemals ungekürzt betrachtet werden.

Inhalt:
Man schreibt das Jahr 2022. John Robbins wurde wegen Mord verurteilt, weil er seinen Vorgesetzten erschossen hat. Nach mehreren Ausbruchversuchen kommt er in ein sadistisches Gefängnis. Dort wird er gefoltert und schließlich auf die Insel Absolom verbannt. Die Insel ist in zwei Lager gespalten, den kannibalistischen Outsidern und den friedlichen Insidern. Robbins schlägt sich auf die Seite der Insider. Doch die Outsider blasen zum Angriff und für Robbins und das Volk beginnt ein Kampf auf Leben und Tod.

Eine Mischung die funktioniert. Flucht aus Absolom bietet harte Action, Science Fiction Elemente und eine primitive Zukunftsversion. Der Film selber beginnt sehr rasant. Robbins ermordet seinen Vorgesetzten und kommt gleich in das Hochsicherheitsgefängnis. Der Direktor interressiert sich gleich für ihn, lässt ihn foltern und schickt ihn sogleich nach Absolom. Dort begegnet Robbins erstmal den Outsidern, welche in einer Art großem, alten Hotel leben und gerne Menschenfleisch essen. Auch mit Diesen muss sich Robbins auseinandersetzen, bevor er schließlich bei den Insidern landet.

Action spielt hier nicht die erste Geige, obwohl es einiges davon gibt und sie gut im Film verteilt ist. Auch wird ohne Waffen gekämpft, was die Spannung noch erhöht. Dafür wird mit Speeren, Pfeil und Bogen und Messern gemordet. Dabei gibt es einige Schlachten zwischen Insidern und Outsidern, welche da nicht gerade zimperlich miteinander umgehen. Auch die Spannung kann im Film sehr solide mithalten, ist aber auch nicht übermäßig. Das Finale hätte ich mir etwas actionreicher gewünscht, aber man kann nicht alles haben.

Natürlich wird auch an einem Fluchtplan gebastelt, nur frage ich mich wie die Insider die Boote bauen können, bei den vorhandenen Materialien. Der Verräter im Camp der Insider ist auch vorhanden, genauso wie ein Eingeschleußter im Camp der Outsider. Auch hier sind die typischen Actionelemente versammelt, so dass man gleich weiss, dass der sadistische Direktor auch noch sein Fett wegbekommt, genauso wie der Verräter. Auch weiss man, dass der harte Robbins zu einer Art Ersatzvater für das Volk wird und ihnen beisteht. Der Plot ist somit nicht sonderlich orginell, aber abwechslungsreich und gut anzusehen. Sehr gut finde ich, das die Story, warum Robbins seinen Vorgesetzten ermordet hat, sehr lange aufgespart wird und erst kurz vor dem Showdown herauskommt.

Dafür ist die Kulisse richtig atmosphärisch geworden. Das Gefängnis Sicherheitsstufe 6 ist ein Hightech Bunker mit kleinen Zellen und komplett aus Metall. Die Insel dagegen wirkt richtig exotisch, die Outsider selber sind tatowiert, haben lange Haare, zum Teil Masken auf und sehen wirklich sehr unzivilisiert aus. Während die Insider schon fast wie eine religiöse Gruppe wirken. Auch die Lager der beiden Parteien versetzen einem in die Zeit zurück und die Schlachten dort, erinnern an frühere Abenteuerfilme. Martin Campbell versetzt das Ganze noch mit wirklich hübschen Inselaufnahmen.
Auch der Score dazu ist sehr gelungen und bietet viel passende und abwechslungsreiche Musik zu jeder Art von Szene.

Ray Liotta hätte ich so eine beinharte Rolle als John Robbins gar nicht zugetraut. Aber er meistert sie sehr gut, obwohl er etwas ausdrucksarm agiert. Trotzdem kann die Wandlung seines Charakters überzeugen und Liotta wirkt in den Actionszenen sehr glaubwürdig. Außerdem gibt er einige gute Sprüche zum Besten.
Stuart Wilson gibt wirklich einen klasse Anführer ab und hat hier die besten Onliner auf Lager. Er ist ein absolut fieses Schwein, aber wirkt doch so charismatisch. Das Beste ist, wenn er mal wieder vor seinen Mannen versucht, seine Autorität zu untermauern. Auch die bestens gelungene deutsche Synchro bei ihm, lässt sein Schauspiel noch besser wirken.
Auch Kevin Dillon ist mit von der Partie und ist als kleiner, ängstlicher Naseweiß zu betrachten.
Lance Henriksen darf hier mal eine gute Rolle spielen. Er verkörpert den Dorfvater und zeigt uns, dass er eine gute Rolle genauso gut wie eine Böse spielen kann.
Zu erwähnen sei noch Ernie Hudson, als Chefaufseher des Dorfes, welcher am Anfang ungeheuer neidisch auf Robbins ist und sich gegen Ende doch mit ihm anfreundet.

Fazit:
Abwechslungreicher Zukunftsactioner. Tolle Kulisse und Atmosphäre mit perfekter Sounduntermalung. Harte und teils auch blutige Action, welche sehr gut im Film verteilt ist und somit keine Durststrecken aufkommen lässt. Auch die Darsteller machen ihre Sache allesamt gut. Ich kann nur sagen, auf ganzer Linie gelungen.

Details
Ähnliche Filme