In Erwartung eines soliden Films kann die Vorspann-Einblendung „The Asylum“ in einer Sekunde alles zunichte machen. Während man beim Titelgebenden unweigerlich eine Verbindung zu „Die Legende von Sleepy Hollow“ aufbaut, entpuppt sich der Billigheimer von Autor und Regisseur Jose Prendes als eine lustlose Mischung aus „The Crow“ und „Ghost Rider“.
Halloween: Brandon und Sophia sind ein Paar, doch letztere wird von ihrer Vergangenheit in Form des Ex-Freundes und Drogenbosses Angel heimgesucht. Der kidnappt die junge Frau und lässt ihren Verlobten sterbend zurück. Allerdings gewährt der Teufel dem Todgeweihten einen Pakt: Mit besonderen Fähigkeiten ausgestattet bleiben Brandon 24 Stunden Zeit, sich an seinen Mördern zu rächen und seine Geliebte aus deren Klauen zu befreien…
Seinerzeit spielte Brandon Lee die Hauptrolle in „The Crow“, - es mag kaum ein Zufall sein, dass der hiesige Held denselben Vornamen trägt. Der Titel selbst ist indes totaler Quatsch, da Brandon weder enthauptet wird, noch auf einem Pferd reitet, zumal das Geschehen im Hier und Jetzt angesiedelt ist. Stattdessen reitet er auf einem Motorrad, trägt wahlweise einen furchtbar animierten Kürbis auf den Schultern, der bei Bedarf auch mal lodern kann und wurde überdies mit einer Krallenhand ausgestattet, die allerdings nur selten eingesetzt wird.
Denn leider fällt der Rachefeldzug alles andere als brachial oder explizit blutig aus. Die wenigen Begegnungen zwischen Gut und Böse enden mehrheitlich mit grünen, ebenfalls lachhaft schlecht animierten Blitzen, woraufhin die Gegner entmaterialisiert sind. Kurz gekämpft wird nur zweimal, natürlich ohne jegliche Dynamik oder einem Auge für eine ordentliche Choreographie, wogegen auffallend doofe Dialoge als zahlreiche Lückenfüller dominieren, was die unterdurchschnittliche Synchro in einem noch schlechteren Licht stehen lässt.
Sympathisch sind die beiden Helden nur bedingt, da ihnen wie auch dem Antagonisten das entsprechende Charisma fehlt. Einzig bekannter Mime und folgerichtig passabel performend gibt sich Michael Paré im feinen Zwirn die Ehre, der allerdings auch nicht viel mehr zu tun hat, als leicht überheblich ein paar Regeln aufzustellen. Ein wenig retten noch die wenigen Kulissen in Form einer geschmückten Brücke und des hübsch ausgestatteten Anwesen des Schurken, doch selbst der Score des eigentlich erfahrenen Komponisten Harry Manfredini („Freitag, der 13.“) plätschert ohne markante Eigenheiten vor sich hin.
Wenn ein Rachefeldzug jegliche Dynamik vermissen lässt und emotional nicht mitreißt, fällt es schwer, einem derartigen Streifen eine Daseinsberechtigung zu erteilen. Das holprige Drehbuch steckt voller kleiner Ungereimtheiten und unlogischer Verhaltensweisen, während sich das niedrige Budget an allen Ecken und Enden bemerkbar macht. Stellt sich die Frage, wer hier vergleichsweise kopflos zu Werke gegangen sein mag…
3 von 10