Nachdem inzwischen wohl die meisten Superhelden aus dem Marvel Universum auf die große Leinwand gebracht wurden, mussten die Chinesen ein wenig gegensteuern und zumindest im kleinen Rahmen ein wenig Heldenpower fabrizieren. Leider fällt der Inhalt von „Mutant Ghost Wargirl“ nicht so abgedreht aus, wie der Titel vermuten ließe.
Südkorea 2077: Agentinnen um Wu versuchten die kriminelle Organisation Medusa zu infiltrieren, doch sie wurden enttarnt. Nach einigen Genexperimenten gelingt Wu die Flucht, allerdings leidet sie unter Amnesie. Sie kommt bei einem Polizisten unter, dem ebenfalls daran gelegen ist, die Drahtzieher der Medusa dingfest zu machen…
Anhand der ersten Minuten hätte man ein verrücktes Action-Spektakel erwarten können, als eine mutierte Bestie mit Tentakeln kaum zu bändigen scheint. Die dazugehörigen CGI sehen passabel aus, während die Action eine ordentliche Dynamik aufweist. Auch die beiden Bösewichte, die maßlos überzeichnet sind und sich entsprechen gebären, sind ebenso rasch als Antagonisten etabliert wie das ungleiche Heldenpaar, denn während sie fleißig austeilt, befindet sich der leicht töffelige Polizist eher tatenlos in der Nähe.
Bei der Action werden einmal mehr physikalische Gesetze außer Kraft gesetzt, zumal telepathische Fähigkeiten an der Tagesordnung sind. Entsprechend wirbeln Figuren meterweit (oder hoch) durch die Luft, andere bewegen sich in Lichtgeschwindigkeit und wieder andere können Materie bündeln, so dass eine Schlaghand auch schon mal aus Gesteinsbrocken bestehen kann. Allerdings fließt überraschend wenig Blut, obgleich die Inszenierung ein unübersehbares Faible fürs Blutspucken aufweist.
Leider geht der Stoff rein gar nicht in die Tiefe, ein Großteil der Dialoge gerät überaus flach und Hintergründe über etwaige Motivationen werden allenfalls stichpunktartig abgearbeitet.
In Sachen Genmanipulation muss man Sachverhalte einfach so hinnehmen und nicht hinterfragen, warum sich manche selbst regenerieren können, wogegen andere ständig auf eine Genindoktrinationsflüssigkeit (was für ein Begriff) angewiesen sind. Auch einige Nebenhandlungsstränge, wie der Besuch bei einem Clubbesitzer nehmen regelmäßig ein wenig Drive heraus, was angesichts der nur 72 Minuten Laufzeit ein wenig verpeilt scheint.
Entsprechend hält sich das Mitfiebern in Grenzen und während die Action weitgehend brauchbar in Szene gesetzt ist und die Ausstattung zumindest zweckdienlich ausfällt, dümpelt die flache Story eher spannungsarm vor sich hin und liefert darüber hinaus lediglich erahnbare Entwicklungen. Zum anspruchslosen Berieseln ist das okay, ist aber kein Streifen, der Lust auf mehr macht.
5,5 von 10