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Die Mutter aller Vampirfilme schlechthin ist mit Sicherheit „Nosferatu“ von F.W. Murnau. Und so drehte E. Elias Merhige seinen ersten abendfüllenden und „konventionellen“ Film als Hommage an diesen großen Film und seinen Regisseur – und das mit Starbesetzung! Das tolle daran ist, dass sich Merhige nicht mit einem Remake abgibt, nein, er beschreibt im Film die Dreharbeiten zum damaligen Film und verpackt das ganze in einen tatsächlichen Vampirfilm. Denn skurrilerweise ist Max Schreck, der den Nosferatu mimt, ein echter Vampir. Aber nur Murnau weiß davon und in seiner Obsession, größtmöglichen Realismus zu bieten, hat er auch nicht vor, es auch nur irgendeinem im Filmteam zu flüstern. Blöd nur, dass sich unser Nosferatu nicht an den Deal, den er und Murnau geschlossen haben, hält. Und so saugt er mehr und mehr Mitglieder des Filmteams aus.



Shadow of the Vampire ist ein wahrlich herrlicher Film. Neben der innovativen Geschichte, die uns zudem einen interessanten Einblick in Dreharbeiten der Stummfilm-Ära gewährt, kriegt der Zuschauer ganz großes Schauspielkino geboten. Dabei spielt Willem Dafoe als Max Schreck seine Kollegen gnadenlos an die Wand. Dafoe scheint mit seinen Bewegungen und seiner Mimik geradewegs dem Original entsprungen zu sein. Unglaublich amüsant vor allem, wenn er sich in seinem Durst nach Blut kaum noch zurückhalten kann. Der Biss in den Finger oder in die Fledermaus sind geradezu geniale Szenen.


Für Liebhaber des Originals ist der Film mit Sicherheit ein Muss. Ob diejenigen, die das Original nicht kennen, gleichermaßen ihre Freude haben werden ist dann schon schwieriger einzuschätzen. Denn dann geht die Ironie des Films eventuell verloren. Alle Kenner aber: Unbedingt anschauen! 9/10 Punkten

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