Das Nazideutschland zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs wird, nicht nur im Nachhinein, oftmals mit scheinbar widersprüchlichen Gebieten wie Okkultismus in Verbindung gebracht. Dass Hitler in vielerlei Hinsicht einen Schaden hatte, ist ja hinlänglich bekannt, doch was er mit dem Heiligen Kelch anzustellen gedachte, erschließt sich bis heute nicht so ganz.
Der finnische Co-Autor und Regisseur Jarno Elonen greift dieses Motiv vielleicht deshalb nur sehr vage auf.
Ostfront 1943: Einige freiwillige finnische Soldaten um Matti schließen sich einer Spezialeinheit der Waffen-SS an und begeben sich auf die Suche nach dem Heiligen Kelch. Geleitet wird die Operation von einem Bischof aus dem Vatikan, dessen Handlanger offenbar ganz eigene Zeile verfolgt, während Matti beim kruden Vorgehen gegenüber Zivilisten immer mehr moralische Bedenken kommen…
Der Stoff steigt direkt mit einem Feuergefecht im kleinen Kreis in verschneiter Umgebung ein und weckt damit unweigerlich Hoffnung auf ein wenig Action. Jene soll sich jedoch in den annähernd 50 darauf folgenden Minuten kaum erfüllen, obgleich der Titel etwas anderes suggeriert. Denn der Fokus liegt mehr bei einzelnen Interessen und Motivationen, wodurch viel taktiert und teils indoktriniert wird. Dennoch erfährt man herzlich wenig über die Soldaten als Menschen, obwohl zwei kurze Urlaube mit Reisemöglichkeit in die Heimat im Raum stehen.
Zwar werden am Rande kurze Flashbacks zur Zeit der Tempelritter eingeschoben, doch einen fundierten Hintergrund zum Kelch bilden jene Einschübe nicht. Es gibt schlicht keinen nachvollziehbaren Grund, jenes Artefakt aufzutreiben, geschweige denn, dafür durch einsame Gegenden zu streifen und arme, unwissende Bauern aufzuscheuchen. Hinzu kommt das Problem, bei der Perspektive aus Nazisicht irgendwelche Sympathien aufzubauen. Da gibt es allenfalls einige Individuen, die weniger verabscheuungswürdig handeln als andere.
Erst nach knapp einer Stunde geht die Chose wieder in etwas Action über, doch der inszenatorische Wumms bleibt aus, was vermutlich auf das geringe Budget zurückzuführen ist.
Zwar spielen hier und da Panzer und Granatwerfer eine Rolle und nur sehr wenige Effekte wurden per Computer realisiert, doch der Mangel an Dynamik macht sich an jeder Ecke breit.
Trotz einiger Verluste auf beiden Seiten ist kaum Blutvergießen auszumachen und von einer Materialschlacht in austauschbaren Wäldern ist man überdies weit entfernt.
Dazu gesellen sich darstellerische Leistungen, die größtenteils unter Durchschnitt einzuordnen sind und auch der Score geht fast komplett unter. Die Ausstattung ist immerhin zweckdienlich, doch das allein schürt maximal ein wenig Atmosphäre innerhalb einiger kurzer Szenen, während der Rest schlichtweg kalt lässt.
Hier punkten weder der mystische Hintergrund, noch die Action, spannende Konfrontationen bilden Mangelware und ein Mitfiebern schließt sich beinahe von selbst aus.
Ein Kriegsfilm, der sich aufgrund merkwürdiger, unausgereifter Schwerpunkte selbst ins Abseits stellt.
3,5 von 10