Es gibt gewiss nicht viel, was den Lebenslauf des Sektenführers Charles Manson noch erweitern könnte, zumal dieser seit 2017 nicht mehr unter den Lebenden weilt. Während der deutsche Titel eine Rückkehr der Familie suggeriert, sei es durch Reinkarnation oder unbekannte Nachkommen, zielt der Originaltitel auf die Auferstehung von Manson ab, was der unnötig wirren Handlung ein wenig näher kommt.
Tianna und Mitch mieten sich ein kleines Anwesen in der Wüste, damit sie sich für ein Casting auf die Rolle eines Sektenmitgliedes der Manson Familie vorbereiten kann. Derweil entdeckt Mitch merkwürdige Symbole im Sand und begegnet bei einem Spaziergang einem Redneck, der merkwürdige Äußerungen tätigt…
Leider merkt man dem Stoff an, dass es zuvor eine deutlich längere Fassung gab, die anschließend mehrfach zurecht gestutzt wurde. Nebendarsteller Frank Grillo bemerkte einmal in einem Interview, dass die Rohfassung der schlechteste Film sei, den er je gesehen habe und wohlgemerkt handelt es sich dabei um das Regiedebüt seines Sohnes Remy.
Das Endergebnis ist jedoch auch nicht sehr viel besser, denn es liefert besonders im Mittelteil ein heilloses Durcheinander holprig eingesetzter Rückblenden und Visionen, wogegen der Anlauf deutlich zuviel Zeit in Anspruch nimmt.
Zwar fügt sich die solide eingefangene Wüstenkulisse gut ins Terrain einer vermeintlichen Sekte und die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren ist einigermaßen stimmig, doch bis auf zaghaft verwendete, böse Vorzeichen ereignet sich in der ersten Hälfte kaum etwas von Relevanz.
Ein erahnbarer Twist zeichnet sich hingegen früh ab und obgleich aus diesem ein moralisches Dilemma resultiert, generiert es kaum Spannung, was sich beim zahnlosen Showdown nur allzu deutlich widerspiegelt. Im Gegenteil: Hier summieren sich zahlreiche Handlungslücken, die mit einem versierten Editing vermeidbar gewesen wären.
Spannend gerät der Stoff allenfalls in Ansätzen, Blutszenen werden mehrheitlich ins Off verlagert und der Produktionsaufwand war augenscheinlich geringer Natur. Dennoch blieb noch etwas Kohle für einen undankbaren Gastauftritt von Jaime King und auch Frank Grillo ist kaum länger als fünf Minuten zu sehen. Immerhin performt das Kollektiv okay, doch das rettet den lahm aufgezogenen Streifen nicht. Horrorfans dürften sich gelangweilt abwenden und auch Freunde von tauglicher Thrillerware könnten rasch die Geduld verlieren bei einem Werk, dessen Bezug zu Manson wohl eher aus Marketinggründen verwendet wurde.
3 von 10