Review

Meister oder Playboy? Warum nicht beides?

Bradley Coopers Version von „A Star Is Born“ hatte mir grandios gefallen, die großen Fußstapfen hat damals er bravurös gefüllt. Nun stapft er aber in womöglich noch größere - denn das Leben, die Person, das Genie des einzigartigen Leonard Bernstein auf Film zu bannen ist eine echte Herausforderung bis Mammutaufgabe, da dieser Mann nicht nur komplexe Musik und Stücke von Hollywood bis zum Broadway schrieb, sondern er auch ein alles andere als simpler Mensch war…

Gebt mir doch bitte dieses goldene Männlein… *liebguck*

Familienmensch oder Liebhaber?

Harter Arbeiter oder Genius?

Wunderkind oder verwöhnter Knabe?

Lover oder tragischer Held?

Vorbild oder Abschreckung?

Künstler oder gekünstelt?

Pathos oder pathetisch?

Lachnummer oder the one & only?

Oscaranbiederung oder Meisterwerk?

Biopic oder Ausschnitt?

Hülle oder Kern?

Leer oder nur lückenhaft?

Ellipse oder eklatante Schwäche?

Passion oder Vanity-Projekt?

Bleibend oder schnell vergessen?

Aufgesetzt oder aufgesetzte Nase?

Notenwunder oder Note 6?

Eleganz oder Erotik?

Ekstase oder Zerrbild?

Legende oder Lüge?

Musikalischer Adel oder madige Collage?

Throwback oder Classic?

Gossip oder Gigant?

Bettgeflüster oder Biedermann?

Natürlichkeit oder Narkolepsie?

Schwul oder schwach?

Schön oder schlecht?

Interview oder Staffage?

Krampf oder Kampf?

Talent oder Verschwendung?

Sprunghaftigkeit oder Übersicht?

Unpassend oder überraschend? 

Prätentiös oder Pikiertheit?

Netflixhit oder Zeitverschwendung?

Berieselung oder volle Konzentration?

Grau gefärbt oder zum Haare raufen?

Gähn oder gute Idee?

Akzent oder Acting?

Auslassung oder keine Ahnung?

Bradley Cooper fährt mit seinem „Maestro“ gefährliche auf diesen Rasierklingen und rutscht zwischendurch leider auch oft genug aus und schneidet sich ins eigene, verbissene Fleisch…

Ehemann oder Genie?

Fazit: immer zwischen wahrer Schönheit und gekünsteltem Oscarbait… „Maestro“ trifft einige fragwürdige Entscheidungen und ist alles andere als perfekt. Es geht z.B. viel zu wenig um Bernsteins Genie, eher um seine (sexuelle) Gier, weniger um seine beruflichen Meisterwerke als um seine privaten Skandale und Fehltritte. Da stößt mir Coopers getroffene Gewichtung einfach unschön auf. Und dennoch gibt es auch immer wieder geniale, emotionale und packende Momente - sowohl vom Subjekt als auch dem Regisseur. Allein die Musik von Bernstein selbst und die Optik sind handverlesen. Dennoch sollte Cooper etwas weniger verkrampfen… 

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