Sollten diese Zombies den neuen Gangnam Style begründen wollen, dürfte daraus kaum ein weiterer Hit werden. Regisseur Soo Sung Lee begnügt sich bei seiner Horror-Action mit dem Schauplatz eines Bürokomplexes, welcher nicht in Ansätzen das trendige Viertel in Seoul widerspiegelt.
Hyeon-seok arbeitet in der kleinen Agentur eines Online-Streaming-Dienstes und hat seit einiger Zeit ein Auge auf seine Kollegin Min-jeong geworfen, welche seine Annäherungsversuche jedoch kaum erwidert. Als das Bürogebäude eines Tages von Zombies überrannt wird, kommen sich die beiden während ihrer Flucht zwangsläufig näher…
Die Handlung setzt direkt mit der Flucht des Paares vor Zombiehorden ein, bevor die Uhr um 24 Stunden zurückgedreht wird und man zwei Gauner bei einem Raub beobachtet, von denen einer das Opfer einer durchgeknallten Katze wird und somit den Urzombie begründet. Zwar ist beim Vorspann unter anderem von Corona die Rede und bei den wenigen Szenen außerhalb des Gebäudes tragen nahezu alle Passanten Mund-Nasen-Schutz, doch der eigentliche Ursprung der Zombiewelle bleibt eher vage.
Bevor die Infizierten, die sich wahlweise sehr schnell bewegen können, ansonsten aber wie die klassischen Untoten schlurfen und verharren, ist allerlei Mummenschanz und Possenspiel angesagt. Das mutet bisweilen platt bis albern an und trägt nicht gerade zur brauchbaren Charakterisierung des potenziellen Heldenpaares bei, welches dennoch einigermaßen sympathisch rüberkommt. Zudem dürften Zuschauer aus norddeutschen Gefilden zuweilen ein wenig schmunzeln, wenn kurze Sätze wie „Komm, Min-jeong!“ fallen, was sich grob mit „Komm, mein Junge“ übersetzen lässt und im Hinblick auf eine Frau ein wenig befremdlich wirkt.
Immerhin lässt die Action nicht lange auf sich warten und wie es der Zufall will, war Hyeon-seok mal Mitglied im Nationalteam der Teakwondo Champs. Dort war er jedoch entweder nur Ersatzmann oder das ist schon länger her, denn allzu überzeugend sind die akrobatischen Darbietungen des jungen Mannes nicht. Dennoch ist mit dem Auftauchen der Zombies einigermaßen Tempo im Spiel, was jedoch nicht mit derben Einlagen einhergeht. Die mehr schlecht als recht geschminkten Gegner beißen sich wie klassische Vampire durch Hälse, doch es gibt keine explizit gezeigten Fleischwunden, noch spritzt das Blut beim mehrmaligen Kontakt mit dem Baseballschläger. Die FSK16 erscheint aufgrund der latenten Harmlosigkeit deutlich zu hoch gegriffen.
Was bleibt, ist allerlei Gewusel in einem weitgehend sterilen und wenig markanten Bürokomplex, während sich die kaum vorhandenen Ideen bereits anhand des Abspanns nach 73 Minuten abzeichnen, wonach noch einige Standbilder und auffallend langsam rollende Credits folgen, nur, um irgendwie noch auf 81 Minuten zu kommen.
Das sichtlich geringe Budget hat zwar keine Auswirkungen auf den gelungenen Score und die passabel aufspielenden Mimen, doch in Sachen Spannung und Blutvergießen enttäuscht der südkoreanische Beitrag in den meisten Belangen und kann eingefleischten Zombiefreunden somit kaum empfohlen werden.
4,5 von 10