Inhalt:
Irgendwo in China während einer frühen Epoche. Wieder einmal herrschen Unterdrückung und Terror.
Die bildschöne Hsiao Mei (Angela Mao) steht zusammen mit Wang Lei (Chan San Yat) einer Gruppe von Rebellen vor, die im Untergrund agieren.
Einst gehörte auch der herausragende KungFu-Fighter Ou Yang Chun (John Liu) dieser Gruppierung an..., doch er hat nunmehr die hübsche Ah Chi geheiratet..., und strebt mir ihr ein Leben in Ruhe und Frieden an. Hsiao Mei -die in Ou verliebt ist- ist rasend vor Eifersucht, doch kann die Gruppe kaum auf die Kampf-Fähigkeiten von Ou Yang Chun verzichten.
Als jedoch Ou Yang Chun´s Frau vom Schergen der Unterdrücker, "Flying Knife" (Shut Chung-Tin) getötet wird..., und er nur durch die Akkupunktur, ausgeführt von einem Unterstützer der Rebellen, Pai Lung Hsing (Man Kong-Lung) -der wegen Gefühlen zu Hsiao Mei den Rebellen beisteht-, gerettet wird, wendet sich das Blatt...!
Ou Yang Chun steht wieder auf Seiten der Rebellen...!
Es gilt, Sung Hua (Leung Kar Yan) zu retten..., dieser konnte dem Hauptfeind der Rebellen, General Kuan Yu-Chung (Chen Hsing), eine Namensliste der Rebellen entwenden.
Doch ist Sung schwer verletzt und durch ein Gift äußerst geschwächt..., so gerade eben konnte er Zuflucht bei dem mit den Rebellen kooperierenden Master of Fung Wan (Kwan Hung) finden!
Auch hier gelingt die Rettung durch Akkupunktur...!
Nunmehr gilt es, einen Verräter aus den eigenen Reihen auszuschalten..., dann kommt es zwischen dem Master of Fung Wan, Hsiao Mei, Ou Yang Chun, Sung Hua auf der einen Seite, sowie Kuan Yu-Chung und seinen Schergen auf der anderen Seite zum entscheidenden Show-Down......
Fazit:
Im Jahre 1978 drehte Regisseur Yang Ching-Chen für das weitgehend unbekannte Label "Nine Continents Film Production" in Taiwan diesen Eastern, der zum einen eine ziemlich umständlich konstruierte Storyline besitzt, zum anderen durch einen herausragenden SuperStar-Cast und knackige KungFu-Action par excelence besticht...!
Die Atmosphäre stimmt..., Darsteller in schönen Kostümen, die Bilder eher dunkel gehalten, weniger pittoreske aber immer noch interessante Outdoor-Locations, und gepflegte Indoor-Kulissen. In all dem ein SuperStar-Cast der sich sehen lassen kann, und bei dem jeder Eastern-Fan mit der Zunge schnalzt.
Es ist also alles angerichtet..., und Regisseur Yang Ching-Chen hätte hier ein Eastern-Festmahl darbieten können.
Das ist es auch fast..., wenn nicht das Drehbuch einige Holprigkeiten hätte, und somit die Storyline etwas umständlich geraten wäre. Yang Ching-Chen will zudem viel in seinen Film reinpacken..., weniger wäre mehr gewesen. Immerhin lässt sich alles noch ganz gut verfolgen, man glaubt fast den Faden zu verlieren..., da Yang zwischen den Episoden etwas springt, doch nimmt die Regie den Faden dann wieder auf, und auch der Betrachter findet ihn somit wieder.
Yang hätte das alles aber etwas mehr zusammenraffen müssen, die Regie hätte die Story stringenter und flüssiger arrangieren müssen. Dann wäre das ein Super-Eastern geworden..., das wurde er somit denn nur... fast!
Der Streifen hat aber genügend starke Momente..., und als Eastern-Fan wird man denn noch ziemlich gut unterhalten.
Das liegt am Cast und an viel kerniger KungFu-Action, die ganz auf die Stärken der Protagonisten setzt.
Wen haben wir denn da alles? Nach dem doch etwas enttäuschenden "Invicible Kung Fu Trio" (siehe mein Review auf dieser website), wünschte ich mir einen Streifen mit Angela Mao und John Liu, der mal mehr hergibt, und die hervorragende Kampfkunst der beiden zeigt. Voilà..., wie wäre es da mit "Two great cavaliers"?
Angela Mao..., die große Dame des Eastern..., hier auf dem Zenit ihrer Attraktivität, und wir wissen welch famose Fighterin sie ist. Hier zeigt sie ihren herausragenden, sehr technischen Stil, erstklassiges KungFu! Zudem spielt sie variabel..., ist mal eifersüchtig, mal zickig, oft ernst, doch auch mal feinfühlig. Sehr gut Angela (ist nicht politisch gemeint).
An ihrer Seite ein weiterer MegaStar der Eastern-Szene: John Liu. Anders als in "Invincible Kung Fu Trio" zeigt er hier die breite Palette seines unglaublichen Kampfstils..., diese unfassbare Bein-Technik..., äußerst agil und dynamisch. Diese Tritt-Technik ist in der Welt des Eastern absolut einmalig..., da kommt auch ein Bruce Lee oder Hwang Jang Lee nicht mit. Dazu spielt er absolut solide..., immer dieses leichte Lächeln..., doch immer kampfbereit..., als seine Frau im Film stirbt, wird kein Pardon mehr gegeben.
Man Kong Lung spielt eine Figur, die etwas undurchsichtig ist, ein immer edel gewandeter Kämpfer...., verliebt in Angela Mao, sich die Akkupunktur-Kunst John Lius aneignend, und dabei hochkonzentriert, die Rebellen somit unterstützend, doch man weiß nicht so recht, ob er zum Verrat neigt.
Shut Chung-Tin ist durch etliche Auftritte für die Shaw Brothers gestählt..., er agiert als schwarz gekleideter Messer-Attentäter eher im Hintergrund.
Abgerundet wird der Cast durch Leung Kar Yan und als oberster Villain ist hier Bösewicht-Ikone Chen Hsing in typischer Rollen-Ausübung zu erleben. Über beide Darsteller brauche ich den Eastern-Fans nichts zu sagen, die agieren immer überzeugend.
Wichtigstes wie immer, die KungFu-Action. Es wird viel und intensiv gefightet..., dynamisch und temporeich sind die Fights exakt choreographiert..., mit kernigem Dubbing. Die Kämpfe leben natürlich explizit vom herausragenden Können von Angela Mao und John Liu, sie tragen die Action.
Angela Mao ist eine vielseitige KungFu-Kämpferin..., sehr technisch, sehr klassisch..., und ungemein agil.
John Liu...., also wie macht der Mann das? Ein Bein in Kopfhöhe oder gar Überkopfhöhe bei voller Streckung haltend..., und eine Vielzahl von Tritten wird dann aus dem Gelenk heraus mehrsekündig mit Wucht "abgefeuert"..., das ist wie immer sensationell. Er macht fast alles mit den Beinen..., kann ganze minutenlange Kämpfe ohne den Einsatz der Hände bestreiten..., da seine Beine sowohl offensiv wie auch Schläge der Gegner abwehrend von John Liu eingesetzt werden.
Höhepunkt ist natürlich der Endfight..., und trotz aller Fähigkeiten von John und Angela..., Chen Hsing ist ein harter Hund.
"Two great cavaliers" hat seine Schwächen in der Inszenierung seiner Story...., doch ein Eastern-SuperStar-Cast mit John Liu und Angela Mao an der Spitze, die hier ihr starkes Können einbringen dürfen, und starke, kernige KungFu-Action reißen die Sache raus.
7,5/10.