Mit Tony Todd an Bord hätte Regisseur Thomas J. Churchill die Möglichkeit gehabt, mittels Devilreaux eine neue Kultfigur im Horrormetier zu etablieren. Doch diese wird von seinem Co-Autoren Vincent M. Ward verkörpert in diesem befremdlich strukturierten Streifen.
Louisiana: Det. Briggs befragt in einem Hospital eine junge, verletzte Zeugin, welche behauptet, die legendenhafte Figur Devilreaux habe ihre vier Freunde beim verbotenen Besuch in einem Farmmuseum umgebracht. Bei weiteren Recherchen erfährt die Ermittlerin entscheidende Hintergründe der sagenumwobenen Gestalt…
Die Erzählung vermochte sich nicht so recht zwischen Slasher, Polizeiarbeit und einer Bebilderung zur Entstehung des Bösen zu entscheiden, was das Ergebnis holprig aussehen lässt. Nach einem fast schon obligatorischen Einstieg mit zwei Nebenopfern geht es zur Befragung ins Krankenhaus, um kurz darauf einen längeren Exkurs einzulegen, der ins Jahr 1862 zurückreicht. Innerhalb dieses ausufernd erzählten Flashbacks von rund 36 Minuten gibt es noch einen Zeitsprung von 30 Jahren, um final in der Gegenwart zu schildern, was genau im Farmmuseum vorgefallen ist.
Bei so einem Durcheinander will kaum Spannung aufkommen und obgleich der historische Hintergrund zur Zeit der Sklaverei (und kurz nach Abschaffung selbiger) einigermaßen Atmosphäre aufweist und die Kostüme halbwegs treffend gewählt sind, hätte man diesen Abschnitt deutlich kürzen können, wogegen der Part des Slashers im letzten Drittel enttäuschend blutleer ausfällt, da sich die Mehrheit der Ableben außerhalb der Linse abspielt.
Hier und da sind Hiebe mit einer Schaufel auszumachen, doch allzu explizit fallen die Einlagen nicht aus.
Zudem mangelt es deutlich an mitreißenden Konfrontationen mit Weglaufen oder gar Gegenwehr. Der Titelgebende kündigt sich mit einer kleinen Kuhglocke an und kurz darauf sind die jeweiligen Opfer bereits mehr oder minder verschwunden. Immerhin gab man sich mit dem Erscheinungsbild der Rachegestalt ein wenig Mühe, indem Wert auf Details der Ausstattung gelegt wurde, doch allzu furchteinflößend oder gar innovativ erscheint die an einen Voodoogott erinnernde Erscheinung nicht.
Überdies versäumt Churchill, seine Geschichte mit etwas Tempo anzureichern, zumal viele redundante Dialoge im Raum stehen, welche passagenweise auffallend stumpfsinnig ausfallen. Untermauert wird dies durch die nicht allzu überzeugenden Darstellerleistungen, bei denen Tony Todd in seinen maximal zehn Minuten Präsenz eher zum Overacting neigt. Einen Gang runter schaltet demgegenüber der lahme Score, der zu keiner Zeit eine markante Nuance hervorbringt.
Mit der Hintergrundgeschichte allein hätte man gewiss eher überzeugen können, doch diese endet beinahe so abrupt wie der Part in der Gegenwart, was zu keinem befriedigenden Eindruck führt. Es ist, als hätte man recht unterschiedliche Ideen zu einem Ganzen zusammenfassen wollen, was jedoch in einer unausgegorenen und nur leidlich unterhaltsamen Mixtur mündet.
4 von 10