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Unter geheimnisvollen Umständen verschwinden die Bewohner eines Mietshauses. Marvin ahnt etwas Fürchterliches: Er vermutet, dass die Mutationen der riesigen fleischfressenden Insekten zurück sind. Sie haben bereits zweimal die Menschen heimgesucht und das Grauen in die Stadt gebracht. Die aggressiven Insektenmutanten töten ohne Rücksicht auf Verluste. Marvin ist aufgrund einer schweren Krankheit an sein Zimmer gefesselt und sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit die Biester auszurotten - sonst wird er ihr nächstes Opfer.

Mir fällt spontan jetzt kein Franchise ein, das einen dermaßen qualitativen Treppensturz hingelegt hat, als eben die drei Miimic Ausgaben. Nach dem bockstarken Erstling folgte eine höchst mittelmäßige Fortsetzung, nur um dann in einer bulgarischen Hinterhofgasse mit einem grottenschlechten Abschluß die Reihe zu Grabe zu tragen (zumindest bis zum Remake, was ja jeder halbwegs bekannte Streifen heutzutage bekommt).
Ich weiß auch gar nicht so genau was sich der unroutinierte Regisseur J.T. Petty da genau vorgenommen hat. Der Streifen ist ohnehin mit etwas über 70 Minuten sehr kurz geraten, aber warum man dann 50 Minuten davon die Sparausgabe von Hitchcocks Fenster zum Hof drehen mußte, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Selbiges gilt auch für den Verzicht der Horrorelemente für diesen Zeitraum. Hier tut sich kaum etwas und wenn wirklich mal wieder jemand aus der Nachbarschaft verschwindet ist es a) stockfinster und b) schlecht geschnitten, man erkennt gar nichts und selbst die zwei überlebenden Vertreter der Judas Züchtung sind stets dunkel eingehüllt. Man kann da eher von einem Drama-Kammerspiel Kammerspiel sprechen mit den Sets des Zimmers und eben der runtergekommenen Gasse.
Hauptdarsteller soll ein Überlebender des zweiten Teils sein (allerdings ohne Darstellern aus den Vorgängern) der am Strikler Symptom leidet, chronisch empfindlich gegen so ziemlich alles ist und immer auf seinem sterilen Zimmer hocken muß. Einzige Hobbies unseres Helden sind Spannen und Stalken, denn er fotografiert pausenlos seine Nachbarn. Jau, das ist doch mal ein kerniger Bursch mit dem man sympathisieren kann. Natürlich glaubt ihm keiner als er einen Mord betrachtet, was dann ewig debattiert wird mit seiner Schwester und einer Nachbarin, wie gesagt, man kann getrost vorspulen bis 20 Min vor Schluß und hat nix verpaßt.
Hierzu aber mal ein paar Fragen ans Drehbuch. Wie schafft es der gerufene Cop nach fünf Minuten Besuchszeit Marvins Mutter zu besteigen und von ausbaufähiger Beziehung zu quatschen. Warum bekommt Marvin nicht wenigstens eine geknallt, wenn sowohl jener Bulle als auch eine fotografierte Nachbarin die Fotos sehen, ordentlich an die Wand geklebt, was dann aussieht wie das traute Heim eines Serienkillers. Wieso verknallt sich die hübsche Carmen stantepede in diesen Behindi und gibt nach wenigen Minuten Bekanntschaft sowohl rauch als auch Parfüm auf, obwohl er sie schier rausschmeißt. Wieso kennt das Mobiltelefon das Script und geht mehrmals zum dramaturgisch günstigsten Moment mal aus und an. Man ist das alles dämlich.
Die meisten werden am Ende geistig schon abgeschrieben haben, bis auch Petty wohl irgendwann eingefallen ist, das er hier ja primär einen Horrorfilm dreht. Hier wird eine volle 180° Halse gefahren und die Post geht so richtig ab. Im Schnellverfahren werden minutenschnell noch alle unwichtigen Nebencharaktere gekillt und das Tempo um mindestens 100% hochgefahren. Dieser Part ist zwar übertrieben, aber durchaus spannend gemacht. Hier darf auch der Star "Lance Henriksen" seine wenigen Minuten als mobiler Erklärbär zum besten geben, der hielt sich ja in den 2000er Jahren eh meistens im Ostblock auf und war einem Extrascheck offensichtlich nicht abgeneigt. Wirklich gebraucht für die Handlung hätte es ihn nicht wirklich bzw. hätte auch ebenso gut jemand anders erledigen können. So ist Mimic 3 leider wieder ein typisches Beispiel für unnötige Fortsetzungen. Für 20 brauchbare Minuten würde ich mir mit Sicherheit keine DVD kaufen. AB in den Gulli damit.
3/10

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