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Etliche Jahre nach dem überdurchschnittlich guten Kinofilm Mimic schickt Dimension Films, die Firma hinter Erfolgen wie Scream, zwei Fortsetzungen als Videoreleases ins Rennen. Zu Recht gefloppt ist vor einigen Jahren Teil 2, der so unverschämt von Teil 1 abgekupfert hat, dass dem Horrorfreund das Gruseln kam. Zugegeben wurde gen Ende die Sache wenigstens noch minimal spannend - so konnte sich der Film wenigstens vor der Auszeichnung "totale Zelluloidverschwendung" retten. Das kann Dimension nicht auf sich sitzen lassen, also wird Teil 3 ins Rennen geschickt - und der scheint endlich genau diesen Titel verdient abzuräumen.
Ohne irgendeinen Zusammenhang mit den ersten beiden Teilen aufzuweisen, beginnt Mimic 3 mit dem jungen Erwachsenen Marvin, der damals bei der Insektenepidemie die Strikler-Krankheit überlebte und jetzt den ganzen Tag vor seinem Zimmerfenster sitzt und die Nachbarn beobachtet und photographiert. Zusammen mit Schwester Rosy und Nachbarin Carmen beobachtet er mysteriöse Geschehnisse, unter anderem verschwindet Rosys Freund Desmond. Weitere Morde geschehen, doch Detective Gary nimmt die Warnungen der drei nicht für voll. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.
Zwar versucht Mimic Sentinel auf die Vorgänge der ersten beiden Teile einzugehen, aber Zuschauer die diese nicht kennen, werden von Anfang verdutzt dreinschauen und sich fragen, was das Ganze hier doch eigentlich soll. Zwar macht Dimension Films hier nicht den selben Fehler wie in Teil 2 und kupfert schamlos ab, aber dadurch wird eine so verfremdete Story entworfen, dass der Flair der ersten beiden Mimic-Filme total verloren geht...und damit auch gleich das Geheimnisvolle, Gruselige und Düstere - also all das, was Teil 1 so wirklich ausmachte. Als Horrorfilm kann man Mimic 3 somit absolut nicht mehr bezeichnen. Leider gibt es im Film nicht eine Stelle an der man sich gruseln könnte oder zumindest mal erschreckt. Durch den ganzen Streifen ziehen sich Unplausiblitäten, die das Zuschauen zum wahren Hürdenlauf machen. Vorallem gen Ende überschlagen sich die Ereignisse. Geschehnisse bleiben unerklärt, Menschen sterben wahllos und die Story entwickelt sich zum einem total lose zusammengesetzten Patchwork, dem man förmlich beim auseinander fallen zusehen kann. Dazu kommen natürlich eine handvoll deftig-armseelige Klischees, die zum unfreiwilligen Schmunzeln zwingen. Zugegebenerweise ist der Film trotzdem nicht total vorhersehbar - das lässt sich immerhin als Pluspunkt bei der ganze Sache verbuchen.
Wie schon gesagt entwickelt sich das Geschehen zum Ende hin relativ schnell. Einerseits zum Leiden der Story, andererseits wird es dabei ziemlich blutig. Die Konfrontation der Insekten mit unseren Hauptprotagonisten ist einigermaßen geglückt. Der finale "Kampf" zwischen Insekt und Mensch ist leicht verstört, leider geht er aber viel zu schnell zu Ende. Eigentlich schade, hier lassen sich gute Ansätze erkennen. Technisch und goremäßig gesehen kann man über den Film nicht allzu sehr meckern - da hat man sich etwas mehr Mühe gegeben. Über einen gesunden Durchschnitt kommt man hier allerdings auch nicht raus. Für eine Videoproduktion geht das aber schon in Ordnung.
Die Länge des Films ist kurz und kompakt. Mit 1 Stunde und 16 Minuten ist man bei diesem Machwerk gut bedient. Eine längere Laufzeit wäre eine Zumutung gewesen. Man nimmt nur Rücksicht auf das Wichtigste, für Nebensächlichkeiten bleibt keine Zeit. Deshalb auch die total gesichtslosen Charaktere. Zu Beginn besteht noch Hoffnung, aber schnell muss man feststellen, dass es sich hier mehr um Marionetten als um lebende Personen handelt. Die unterdurchschnittlichen Darsteller tragen dazu nur bei.
Wer unbedingt in den "Mythos" Mimic einsteigen will, sollte auf jeden Fall zuallererst mal auf Teil 1 zurückgreifen, der neben guten Effekten, spannender Story und passablen Darstellern auch eine düstere Atmosphäre aufweisen kann. Wem es gefallen hat und keine Probleme mit absolut offensichtlichen Plagiaten hat, kann sich bedingt noch Teil 2 ansehen, der zwar manchmal mehr als dümmlich rüberkommt aber wenigstens noch etwas spannend ist. Teil 3 ist dann für die, die ihr Glück herausfordern wollen und vor nichts zurückschrecken. Denn die hoffentlich letzte Fortsetzung mit dem Titelzusatz Sentinel ist nichts weiter als ein großes Loch. Es fehlen der Charme der Vorgänger, ein plausibler Plot, gute Darsteller und eine vernünftige Atmosphäre. Weder als Einstieg, noch als Fortsetzung geeignet und objektiv gesehen einfach nur eine versuchte Verfilmung einer löchrigen Erlebniserzählung eines psychopathischen Drittklässlers.

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