Warum den gleichen Film nochmal?
Ich weiß, dass man als Künstler nicht immer vollkommen zufrieden auf ältere Werke guckt. Fragt mal George Lucas. Oder etliche japanische Regisseure, die sich selten die Chance nehmen ließen, in Hollywood ihre J-Horror-Hits nochmal neu zu verfilmen oder Fortsetzungen zu inszenieren. Meist mit minderwertigem Erfolg. Aber seinen eigenen Film, der erst wenige Jahre alt und unter Genrefans durchaus beliebt ist, nochmal neu mit mehr Budget, Wissen und Glitzer auf die Beine zu stellen? Selten und seltsam. Aber genau das hat Anthony DiBlasi nun mit „Malum“ gemacht, einer etwas aufgepimpten und geschliffeneren Version seines „Last Shift“. Mit coolerem Titel. In beiden (grundsätzlich empfehlenswerten) Schockern kommt eine junge Polizistin zu ihrer ersten Schicht in eine recht verlassene Polizeistation - wo ihr persönlicher Alptraum losbricht, da ihr Vater dort vor Jahren Amok gelaufen ist, nach einem satanistischen Fall, für den er eigentlich heldenhaft gefeiert wurde…
„Last Shift“ kennen zu wenig. Zugegeben. Und er sieht hier und da vielleicht nicht ganz perfekt aus. Aber ihn direkt nochmal drehen? Dafür gab’s keinen standhaften Grund für mich und das kann ich nicht allzu gutheißen. Selbst wenn „Malum“ insgesamt der (noch) rundere und bessere Film ist - eine höhere Wertung und größere Empfehlung gibt’s dafür von mir nicht. Guckt ihn, zieht ihn gerne vor, wenn ihr nur Zeit für eine Version habt. DiBlasi lernt hier aus Fehlern und zieht definitiv einen noch fieseren Teufelsschlund mit Carpenter-Gedenkmaske auf. Aber „Last Shift“ hätt's eben auch getan. Viel lieber hätte ich DiBlasis Talent in einer Fortsetzung oder gänzlich neuen Höllenvision gesehen. Die Dämonen hier sind fieser, die Stimmung ist mindestens genauso nihilistisch, die Hauptdarstellerin ist besser und es gibt es mehr Hintergrundwissen, alles wurde etwas für den Mainstream optimiert und aufgemotzt. Garstig und splattrig sind beide Werke. Usus sollte das unter jungen Horrorregisseuren aber bitte nicht werden. Steht zu euren Jugendsünden - erst recht, wenn sie so wunderbar fies und geheimtippig wie „Last Shift“ sind!
Fazit: fragwürdiges und nicht wirklich nötiges Remake mit etwas mehr Budget, Brutalität und Background - dennoch verstehe ich den Witz und Punkt an DiBlasis Neuauflage seines eigenen Films nicht. Ich mag beide Versionen (sehr). Aber „Last Shift“ war doch schon klasse?!