Rosie trauert um ihren Mann Frank, schon seit zwei Jahren. Ihr Alltag ist geprägt von Eintönigkeit, Depression und Einsamkeit. Da taucht ein Hund auf und weicht ihr nicht mehr von der Seite. Als sie in dem Hund ihren reinkarnierten Mann zu erkennen glaubt, blüht sie auf und mit ihr auch die Hurling-Mannschaft, denn ihr Mann war begeisterter Hurling-Spieler. Nur Rosies Nachbar hat etwas gegen den Hund namens Frank.
Was eine Überraschung, die da aus Irland kommt. Da hab ich eine leichte Hunde-Komödie erwartet, womöglich aufgrund des unfassbar doofen deutschen Zusatztitels, und am Ende bin ich gar nicht sicher, was Róise & Frank wirklich ist, abgesehen davon, dass der Film ein perfektes Feelgood Movie ist.
Der Film ist witzig, für eine echte Komödie aber dann doch zu subtil witzig. Er ist dramatisch und bewegend, für ein ausgewachsenes Drama aber nicht hart oder rührselig oder eben dramatisch [alternativ anderes passendes Wort einfügen, das mir nicht einfallen wollte] genug, Eine Romanze vielleicht, sofern denn sowas zwischen einer Frau und einem Hund funktionieren sollte. Letztlich ist dieser Film eine Mischung aus allem. Er ist witzig, warmherzig, anrührend, bewegend, unterhaltsam und dramatisch, aber alles perfekt dosiert und gemixt zu einer charmanten, unglaublich positiven Geschichte, die die Seele wärmt.
Die Darsteller:innen, von deren Namen ich nicht einen einzigen auszusprechen wage, weil ich nur scheitern kann, sind schlicht toll. Was die Akteurin der Rosie hier an Gefühlen vermittelt, ist großes Kino. Ihre Trauer in den ersten Minuten ist förmlich greifbar, wobei sie im Verlauf genauso charmant und voller Charisma die wiederkehrende Lebensfreude ihrer Figur darzustellen weiß. Hund Barley ist top trainiert. So gut, dass er ein leckeres Steak nicht einfach am Tisch sitzend vom Teller schlingt, sondern gesittet Happen für Happen verspeist. Den Vogel schießt aber der Motorrad-Cop ab. Was für ein sympathischer Typ, der höchst unkonventionell, aber extrem empathisch und liebenswert reagiert. Gäbe es in der Realität nur mehr Menschen wie diese Figur.
Die Pre-Title-Minuten sind ergreifend düster, fast schon deprimierend, doch der Ton des Films ändert sich durch die gekonnte Regie und die exzellenten Darstellenden mit der Zeit zu einem waschechten Wohlfühl-Film, trotz der Komplikation mit dem Nachbarn, die schon ein bisschen wütend machen kann. Vor allem, weil der bei dem durchaus überraschenden, aber konsequent positiven Finale nichts auf den Deckel bekommt. Das ist der einzige kleine Makel, den ich an diesem ansonsten für mich perfekten Film entdecken konnte.
Wunderschöner irischer Film mit schönem Score und wunderbar skurriler Dorfbevölkerung, warmherzig, sympathisch, charmant, bewegend ohne auf die Tränendrüse zu drücken. Vor allem aber ist der Film vom Anfang abgesehen unfassbar positiv. Ein Film zum Wohlfühlen, der die Stimmung hebt. Großes Kino der leisen Töne.