Review
von Leimbacher-Mario
Zug verpasst - einfach hinterhergejoggt!
Der gute alte Ruggero Deodato lässt den mörderischen Medizinmann auf eine Gruppe junger, dummer Camper los, wer kennt ihn nicht - fast könnte man meinen, es wäre eine schlitzohrige Parodie auf amerikanische Schlitzerfilme... ;)
„Body Count“ ist herrlich. Herrlich bescheuert, herrlich blutig, herrlich daneben. Sowas im Jahr 1986 abzuliefern, ist entweder frech oder genial. Oder beides. Entweder seiner Zeit gnadenlos hinterher oder sogar voraus. Oder auch hier: beides! Manche empfinden Deodatos Werk als lahme Anbiederung an den westlichen Slasher, weit entfernt von seinen Hardcore-Schockern aus Bella Italia. Letzterem würde ich zustimmen, Ersterem nicht. Denn „Body Count“ ist meiner Meinung nach besser als die meisten zu der zeit entstehenden Ami-Slasher, er ist unterhaltsam, knackig und schön überdreht. Er weiß, wann er trashig sein kann, er weiß, wann er es ernst runter zu spielen hat. Einige Kamerafahrten sind nice, die Damen scheuen sich nicht Haut (und Haare!) zu zeigen, keiner geht ohne schön und oft gar spektakulär zu bluten, es wird rumgealbert und Aerobic gemacht, obwohl gerade eine der besten Freunde abgetreten ist. Warum denn nicht... „Body Count“ schliddert oft genug an einer Satire vorbei - und weiß das auch selbst. Das ist derart mit Schmackes hingerotzt, dass ich Deodato dafür in weiten Teilen nur danken kann. Obwohl die erste Liga der Slasher (und wohl auch die zweite und dritte) natürlich schon noch ein gutes Stück entfernt ist. Und was der deutsche Untertitel und der Film mit Mathematik zutun haben soll, bleibt wohl auf ewig ein Rätsel...
Fazit: ein recht später, italienischer (!) Slasher voller Käse, teuflischem Augenzwinkern und saftigen Kills - „Body Count“ können 80er-Fans ohne Einwände gucken. Ganz sicher. Unterhaltsam und schön blöd. Deodato hatte sicher Spaß! Und Herr Hess als Bonus. Wenn auch unterfordert.