Die junge Comic-Zeichnerin Mouse arbeitet, um sich knapp über Wasser zu halten, nebenbei als Bourlesque-Tänzerin in einem heruntergekommenen Schuppen. Als ihre Kollegin Doe-Eyes eines Abends nicht zur Arbeit erscheint und auch am nächsten Tag nicht wieder auftaucht, schnüffelt Mouse zusammen mit ihrem Buddy Ugly der Verschwundenen auf eigene Faust nach. Über Umwege kommt sie schließlich dahinter, dass da eine Organisation zu Gange ist, die von einer ominösen Frau geleitet wird, die überall nur "die Dame" genannt wird, welche in einem alten Hotel geheime Sex-Partys für Mitglieder der höheren Gesellschaft veranstaltet und dafür immer wieder junge Mädchen, die niemand vermisst, als Frischfleisch quasi von der Straße weg entführen lässt. Mouse bringt sich daraufhin selbst in größte Gefahr, als sie versucht, sich auf eine dieser Partys einzuschleichen... Der kanadische "Door Mouse" unternimmt ganz augenscheinlich den Versuch, ein ziemlich antiquiertes Genre einer jugendlichen Zielgruppe unterzujubeln und entpuppt sich ob des Detektiv-Gehabes der Hauptfigur und einigen typischen Hard-Boiled-Charakteristika (z.B.: der permanente Off-Kommentar) doch tatsächlich schnell als auf hip und modern getrimmter Neo-Noir-Thriller... ob man es hier deswegen gleich mit 'nem "Chinatown" für die Generation Z zu tun hat, sei aber mal dahingestellt, denn so ausgeklügelt und fesselnd wie der Polanski-Klassiker ist Avan Jogias Streifen nun nicht gerade. Nö, im Gegenteil, ganz schön langweilig und öde lässt sich das alles an und anstatt mit einer vielschichtigen Kriminal-Geschichte die Spannung zu schüren, stehen jene Szenen im Vordergrund, in denen der Charakter der Titel-Heldin (ziemlich unsympathisch und ziemlich kaputt) ausgelotet werden soll. Ob die Kids heute auf die Art abgeholt werden können, darf mal getrost bezweifelt werden, auch wenn Mouse selbst als ganz schön untypisch gezeichnete Protagonistin (und Strong Female Lead, ähem...!) irgendwo schon den aktuellen Zeitgeist trifft. Nun ja. Die gewollten Anflüge von übertriebenem Style in der Inszenierung wirken da allerdings fast schon so, als würde Avan Jogia, der ja eigentlich Schauspieler ist, auf diese Art seine mangelnde Regie-Erfahrung überkompensieren, während die eingeschobenen (und im Übrigen auch hässlichen!) Animations-Sequenzen das Fehlen (beziehungsweise: bewusste Auslassen) von Action-Momenten wohl ein wenig kaschieren sollen, was "Door Mouse" ergo flott als auf ganzer Linie gescheitertes Low Budget-Filmchen kennzeichnet... da beißt die Mouse keinen Faden ab.
3/10