Heiß + Heiß = … Scheiss?!
Da soll nochmal einer sagen, auf Apple+ gebe es nur „Qualitätsstoff“… Dabei hatte mich „Ghosted“ eigentlich schon mit seinen beiden Leads. Sympathischer, hotter und angesagter geht’s momentan glaube ich nicht. Captain America und f*cking Ana De Armas. Wow. Aber nein. Auch ein topfittes Huhn macht wohl mal ein Rührei. Oder so ähnlich. Die bestimmt nicht günstige Action-RomCom in der „Mr. & Mrs. Smith“- oder „Knight & Day“-Schiene kommt mindestens mal 10 Jahre zu spät - und erzählt von einem Mann, der sich Hals über Kopf in seinen One Night Stand verknallt (wer mag ihm das bei Ana verübeln) und ihr etwas stalker'artig, aber auch romantisch, unaufgefordert nach London folgt, da sie sich nach ihrem leidenschaftlichen Techtelmechtel nicht mehr meldet und ihn… ghostet. Doch dort muss er feststellen, dass es durchaus Gründe für ihr Verhalten gibt - sie ist nämlich eine Geheimagentin!
Wahrscheinlich haben die Leute bei Apple nach dem letzten Bond gedacht, dass dieses faszinierende Fräulein doch die richtige Nachfolgerin des Doppelnullagenten wäre und eine exzellente Actionheldin abgibt, mehr Chancen in dieser Richtung braucht. Dennoch sollte man dadurch nicht allzu viel von „Ghosted“ erwarten. Er hat viele Schauplätze und sieht schnieke aus, das lass ich ihm. Besser als „Red Notice“ und Co. beim roten N, was aber auch an der exzellenten Bildquali beim angebissenen Apfel liegen kann. Schärfer sah Streaming selten aus. Aber auch die Effekte sind klasse, die Action ist solide, die zwei Stars sind eh knackig ohne Ende. Außerdem gibt’s eine witzige Sequenz in der Mitte, die vor allem MCU-Fans ein sehr breites Grinsen aufsetzen wird. Aber ansonsten ist das leider nicht zeitgemäß, nicht spannend, nicht neu und nicht gut (genug). Die Chemie zwischen meinen beiden Lieblingen ist nicht gerade am Flimmern. Die Geschichte hat man in dieser Art einfach schon zu oft weggeguckt. Von bierernst bis comichaft überzogen. „Ghosted“ tendiert eher zu Letzterem. Die Fights und Kills werden oft mit Pophits verwässert, an die zwei Stunden ist zu lang für das Gebotene, die Anlaufzeit zieht sich und ich hätte es wohl lieber gehabt, wenn sich „Ghosted“ klar für einen Ton und eine Art entschieden hätte. So bleiben bei mir trotz dieses klasse Grundstocks nur ein solider Datingflick und Achselzucken - was es fast noch ärgerlicher macht als eindeutig schlechte Filme.
Fazit: unfassbar, dass ein Apple+-Vehikel mit diesen beiden Bomben einen dermaßen kalt lassen kann… „Ghosted“ hätte durchaus auch ein aktueller Netflix-„Hit“ sein können. Kein Kompliment.