In deutlicher Anlehnung an "Phantom der Oper", aber auch ein wenig "Der Glöckner von Notre Dame" schuf Regisseur David Burton Morris einen Schundfilm unter dem Pseudonym Derek Savage. Wahrscheinlich wusste er damals schon, dass sein Werk nicht so gut ankommen würde.
Schuhverkäufer Mitford Webster erfüllt sich einen lang gehegten Traum und kauft ein Kino in Dodgeville, welches fünf Jahre leer stand. Während der ersten Vorstellung wird jedoch ein Mitarbeiter gegrillt und der mysteriöse Noah warnt vor Geistern der Vergangenheit. Bei der Wiedereröffnung wird Websters Tochter entführt und es scheint, als lebten Totgeglaubte länger...
Ein altes und teils marodes Kino als Hauptschauplatz lässt auf düstere und atmosphärische Momente hoffen, doch das Interieur wird kaum bis gar nicht genutzt, zumal die Kamera es zu kaum einer Zeit schafft, eine vernünftige Distanz zu finden. Nach viel zu langer Figureneinführung wird der Filmvorführer während der Vorstellung unspektakulär um die Ecke gebracht, woraufhin eine Leiche am Galgen sichtbar wird und das Publikum in Panik ausbricht, - zumindest so, wie sich das der Regisseur vorstellt: Die Menge verlässt rasch den Kinosaal, um anschließend relativ entspannt vorm Eingang zu stehen.
Trashfreunde finden gewiss in paar Aufheiterungen, sei es in Form des dicken Lt. Wombat, der mit saloppen Bemerkungen seinen Job verfehlt hat oder diverse Frisuren, die gegen das Gesetz der Schwerkraft entstanden sind. Auch völlig unpassend sind zahlreiche Nahaufnahmen, welche recht willkürlich eingesetzt werden: Mal fressende Kinozuschauer, dann wieder einer Hand oder ein irrelevanter Gegenstand, bis hin zum Mutierten, dem wir die wenigen Gewalteinlagen zu verdanken haben. Dessen Gummi-Make-up wurde in fünfzehn Sekunden angefertigt und roh aufs Gesicht geklatscht, - ein Wunder, dass es den Dreh über gehalten hat.
Und so zieht sich das inhaltsschwache Treiben merklich, den Mimen ist die latente Antriebslosigkeit anzumerken und auch der Score dümpelt unauffällig im Hintergrund.
Der Showdown weiß da kaum eine Steigerung zu liefern und so besteht das Finale aus einer kleinen Konfrontation, die nach einer Minute bereits zu Ende ist und keine Fragen offen lässt.
Warum im Kino ausschließlich die Tierdoku "Grizzly Safari" läuft, bleibt indes schleierhaft.
Trashfans und Freunde käsiger Gruselunterhaltung dürften nicht gänzlich gelangweilt werden, obgleich Spannung und Atmosphäre im Vorführraum des Kinos geblieben sind.
Lahme Darsteller, schwach in Szene gesetzte Ableben (ohnehin nur drei) und ein Killer ohne jegliches Charisma bieten nichts, wofür sich das Einschalten lohnt.
3,5 von 10