Ranz der Teufel
Drei „Freunde“ spielen in einem alten Hexenhaus ein noch älteres Spiel mit „dem berühmten roten Buch“ und erzählen sich dabei ein paar „gruselige“ Geschichten. Neu auf Paramount+. Ein erschreckend beliebiger Horrorepisodenschmu, den es selbst für Fans solcher Omnibuscreeper eher zu meiden gilt…
1 - STRAY
3,5/10
Wer hat Angst vor der nackten Frau? In der ersten der Stories kehrt ein Kriegsveteran zurück in sein Landhaus und wird von seiner apathischen, entkleideten Frau samt schwarzer Katze auf dem Bett empfangen…
Weder sexy noch traurig, weder clever noch neu, weder überraschend noch spannend. Schwache Katzeneffekte. Aufgesetzte Emotionen. Man merkt den südamerikanischen Winkel und Amateurvibes. Scheunenfurcht wird zur Scheunenflucht für mich. Zudem fühlt er sich unfertig an. Dennoch in Ansätzen okay gedacht und gemacht. Aber nichts Halbes noch Ganzes.
2 - LITTLE ONE
3,5/10
Auf einem Roadtrip stehen plötzlich nachts zwei Gestalten vor dem Auto des alles andere als glücklich wirkenden Fahrerpärchens…
Minimale 80s-/Carpenter-/Fulci-Vibes. Aber auch nur wenn man es sehen will. Ansonsten geht das höchstens als Pitch oder Intro durch. Daran krankt diese gesamte „Compilation“ - kaum eine Geschichte fühlt sich fertig oder auch nur ansatzweise rund an!
3 - NOSE NOSE NOSE EYES!
4,5/10
Der Vater ans Bett gefesselt. Die Mutter mit einer Nadel bewaffnet. Die Tochter unter dem Bett. Das ist der Kern dieser asiatischen Episode. Unfassbar schwache englische Synchro. Ein paar solide Schocks und Bunuel-Augen-Gedenkmomente. J-Horror-Aufflammen. Miike-/„Audition“-Vibes. Aber auch hier nur in homöopathischen Dosen.
4 - RELEASE
5/10
Eine Krankenschwester muss lernen loszulassen - selbst wenn ihr dies erst höllische Visionen klar machen müssen…
Noch am ehesten eine zuendegedachte Episode. Ein guter (billiger) Jumpscare. Emotionaler, wahrer Kern. Nicht total übel. Enervierender Quietsch-Score.
5 - THE SERMON
4/10
In einer religiös-kultigen Gemeinschaft wird brutal, mittelalterlich und bestialisch gegen Homosexuelle vorgegangen. Bis eine Messe giftig ausartet…
Die hübscheste Episode. Klar was kommt. „Midsommar“-Vibes. Auch eher Intro und für mich nicht genug Fleisch für einen Kurzfilm dran. Dennoch kein Bodensatz und ein paar nette Landschaften. Plump aber rigoros in seiner Aussage.
0 - Rahmenhandlung
2,5/10
Kaum der Rede wert. Höchstens die hoch unsympathische Art der drei „Spieler“. Ziemlicher Mumpitz und überflüssig. Die hässlichsten Ohrringe der Filmgeschichte? Allein das Vorwort des Necronomicon kann bestimmt mehr. Das Monsterdesign ganz am Ende ist nicht gänzlich grottig. Ansonsten in anderen Anthologien nichtmal Füllmaterial.
„That makes no sense“
Fazit: lahmer und billiger Anthologieschocker zwischen Schnarchfest und Arschtest. Kaum ein Rad hat genug Zähne. Ein Geduldspiel ohne Payoff. Oder sogar gleich mehrere… (3,5/10)