Review

Stalker, Gärtner, Fanboy, Serial Killer

„Lady, Stay Dead“ hat alles, was ein saftiger Sleazeslasher braucht - Rape, einen fiesen Mörder, offenherzige Starlets, verträumte Musik über scheußlichen Brutalitäten, australische Sonne. Sehr unangenehm, sehr gut in seinen trockensten Momenten, wenn ein psychopathischer Gärtner seine Arbeitgeberin/eine berühmte Schauspielerin vergewaltigt, im Überschwang im Aquarium (!) ertränkt und sich dann gegen ihre neugierige Schwester erwehren muss. Dabei geht’s nie darum, wer der Killer ist, das ist von Anfang an klar - weswegen der Film wohl auch in einigen Teilen der Welt als „Maniac 3“ vermarktet wurde - sondern immer nur um den geschmacklosen Angriff auf unser Wohlsein, um ein Duell der Geschlechter und den Einblick in die Psyche eines Gestörten…

Gordon: Portrait of a Serial Rapist

„Lady, Stay Dead“ ist ein echt sonnig-schwitziger Schmierlappen von Serienmörderfilm. Mit einem erstaunlich überzeugenden Täter, der definitiv im Gedächtnis bleibt und in seinen garstigsten Augenblicken an David Hess erinnert. Mit traumhaft hübschen Frauen, die nie lange angezogen bleiben und unter Textilallergie zu leiden scheinen. Mit einem verträumt-psychedelischen Score, der (wie vieles andere hier auch) deutlich an starke Giallos erinnert. Mit australischer Aura, die man einfach auf keinem anderen Kontinent imitieren kann. Mit einer rohen, körnigen Art, die manche Momente echt unangenehm macht. Das erinnert teilweise echt an sowas wie „Maniac“, „New York Ripper“, „Buio Omega“ oder „Der Schlitzer“ - was natürlich Komplimente sind. „Lady, Stay Dead“ kennen einseitig zu wenige Leute - selbst von uns Freaks! 

Fazit: feiner, fieser und freizügiger Ausploitationer unter brennender Sonne und gefährlich-glühender Verehrung - „Lady, Stay Dead“ hat das Zeug zum zarten Serienkillergeheimtipp. Zumindest wenn man auf Down Under und das Subgenre steht. 

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