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Wenn der Hai nicht high ist, weil auch gar kein Kokain vorzufinden ist, wird man an dieser Stelle rasch dazu verleitet, einer Schmiede wie Asylum den schwarzen Peter zuzuschieben. Die sind jedoch außen vor, denn Billigfilmer Mark Polonia offenbart, dass man Trash noch deutlich unter jenem Niveau ansetzen kann.

Braddock ist Undercover-Agent und hat sich erfolgreich dem Ring um Drogenboss Fuente angeschlossen. Dieser hat mit HT25 eine neuartige Droge auf den Markt gebracht, welche aus Haien gewonnen wird, jedoch schlimme Nebenwirkungen mit sich bringt. Und drei Mutanten sind bereits aus einem Labor entkommen…

Bereits nach zehn Minuten erhält man so viel Trash, wofür Asylum und Konsorten 90 Minuten Minimum benötigen. Die Darsteller, auf die Polonia offenbar bei nahezu jedem Dreh zurückgreift, dürften nie eine Schauspielschule von innen gesehen haben und performen kollektiv unbeholfen, wobei sich die Anfängersynchro dem gnadenlos anpasst. Kamera und Schnitt befinden sich ebenso auf Anfängerlevel wie der unbedeutende Score und auch die Wahl der belanglos anmutenden Drehorte lässt deutlich auf private Domizile schließen.

Die Handlung folgt nur vage einem roten Faden, der zudem von vielen Nebensächlichkeiten begleitet wird. Entsprechend wird viel Zeit für Nichtigkeiten verschwendet wie ein schwafelnder Off-Erzähler oder eine psychisch Labile in einer Waldhütte, während die Mutationen weitgehend in den Hintergrund treten. Jene lassen Trashfreunde jedoch jubeln, sobald diese Pappmaschee-Kreationen sporadisch auftauchen. Leider wirken die anfangs kurz eingeblendeten Individuen im Verlauf nicht mehr mit, so dass man es in der Hauptrolle mit einer Mischung aus Krabbe und Hai zu tun hat, welche an der Wasseroberfläche ganz anders aussieht als Unterwasser. Am Rande wirkt noch ein Typ mit, der sich einen klobigen Haikopf übergestülpt hat, - eine Funktion hat der aber nicht.

Knallharte Konfrontationen zwischen Biest und Opfern hätten garantiert den produktionstechnischen Rahmen als auch das inszenatorisch Geschick des Machers in die Knie gezwungen, weshalb sich die Kreaturen zwar schick in Stop Motion bewegen (und zwar klobiger als in den 50ern), jedoch lediglich zwei Opfer ins Maul befördern (oder was diese Fäden mit Kleidung sonst bedeuten sollen). Bezeichnenderweise reicht die Sounduntermalung nicht einmal für authentisch klingende Pistolenschüsse und es erschließt sich bis zuletzt nicht, warum die Hauptfigur im letzten Drittel plötzlich von einem anderen Darsteller verkörpert wird.

So gibt es infolge Drogenkonsums psychedelisch anmutende Hai-Impressionen im schlichten Illustrationsmodus, ein ordnungsgemäß Gefesselter kann sich innerhalb weniger Momente befreien und zwei Kontrahenten in seine vorherige Lage versetzen und weil Make-up teuer ist, benutzte man Popcornbrei, um eine Brandwunde zu simulieren.
In entsprechender Stimmung kann so ein Murks innerhalb der rund 70 Minuten phasenweise erheitern, unterhaltsam ist er aufgrund der fahrigen Konstellation allerdings nur bedingt.
4,5 von 10  

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