Die Herausragenden des MCU
Da soll nochmal einer sagen, dass MCU haut keine mehr raus… Kurz bevor James Gunn den DC-Kinokosmos auf den Kopf stellt und neu aufrollt, gönnt er seinem MCU-„Baby“ den wohlverdienten Ausstand - mit einem fabelhaften Space-Abenteuer, das nahezu auf dem Niveau von Teil 1 ist, die „Guardians“-Trilogie zum Besten hievt, was das MCU zu bieten hat und wirklich (vor allem Tierfreunden) zu Herzen geht… In „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ wird Rocket gleich zu Beginn auf Knowhere lebensgefährlich verletzt und es liegt an seinen Freunden, den Guardians of the Galaxy, auf eine diesmal sehr persönliche Mission zu gehen und ihn zu retten. Dabei lernen wir in zum Teil unfassbaren Flashbacks Genaueres über Rockets Entstehung, über den grausamen „High Evolutionary“, der Rocket und viele andere tierische Kreuzungen „erschaffen“ hat, und gehen in dieser Form ein letztes Mal mit Groot & Co. auf eine interstellare Reise voller Action, Gefühle und Erkenntnisse…
Freunde, Feinde, Familie, Finale
Die MCU-Hits werden rarer. Die MCU-Filme, die einen wirklich interessieren oder gar begeistern werden rarer. Alles richtig. Und dennoch hatte ich dieses Jahr nur ganz selten eine bessere Zeit im Kino als in „Guardians of the Galaxy 3“. Für mich ist Gunn hier ein knalliger, erstaunlich reifer und introspektiver Abschied dieser Konstellation gelungen, der besser kaum hätte gelingen können. Was nach dem minimal struggelnden Vol. 2 auch von Nöten und keine Selbstverständlichkeit war. Aber Gunn und die Guardians schaffen es (einmal mehr) bravurös! Der Soundtrack ist wieder würdig in meine (und sicher auch etliche andere) Plattensammlung(en) zu wandern. Nun eher 90s-lastig, aber keinen Hauch schwächer. Der Look ist grandios, hochwertig, bunt. Gerade in Sachen CGI schwächelte, kürzte ab und huschte das MCU in letzter Zeit arg - hier nicht. Bessere Kreaturen und Texturen, Designs und Farben, Hybride und visuelle Details kann man sich kaum erträumen. Etliche Figuren und Fäden laufen zusammen (oder verständlicherweise auseinander), viele Easter Eggs und Wow-Effekte sind penibel platziert, wirken nie zu aufgesetzt. Die Laufzeit kann einschüchtern, aber alles ist dermaßen im Flow und abwechslungsreich, ohne zu überdrehen, dass sich das eher anfühlt wie nur 90 Minuten. Es gibt wieder wilde Chameos und echt gefühlvolle Momente, es gibt brachiale Action und sensible Ruhe, es gibt Drax (unfreiwilligen) Humor und einen Peter Quill, der endlich zu sich findet. Und natürlich Rocket mitsamt seinen tierischen Freunden aus den düsteren Rückblenden - Gänsehaut wenn ich nur dran denke! Ein echt starkes Statement in Sachen Tierversuche, Tierschutz, Zusammenleben der Spezien und auch persönlicher Weiterentwicklung, Vorbildfunktion. Gunn ist weit gekommen von Troma-Tagen, man kann es nicht anders sagen… „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ ist eine nahtlose, runde und emotional aufwühlende wie aufbauende Sache - und locker eines meiner liebsten MCU-Puzzle-Teile! Wenn ich etwas kritisieren muss, wäre es der Umgang mit Adam Warlock, der weder seinem Ruf, noch seinem Aufbau, noch seiner Comicvorlage gerecht wird. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten unendlich kreativen, extrem mitfühlenden Abenteuer von mittlerweile sehr liebgewonnenen Figuren!
Fazit: die besten Effekte, das größte Herz, der coolste Soundtrack, die bizarrsten Charaktere, eine starke und herzzerreißende Message zum Tierschutz, ein wirklich angsteinflössender Bösewicht, eine jetzt schon legendäre Flur-One Shot-Actionszene, die herzzerreißende „Rocket“-Originstory und die Vollendung der mit Abstand besten Trilogie des MCU. „Guardians of the Galaxy Vol. 3“ ist ganz, ganz groß und der würdige, fast perfekte „Abschied“ dieser unvergesslichen Truppe. Die einzig wahre Space Oper dieser Generation!