Review

Eine charmante Idee, einen Anthologiefilm mal ausschließlich von (größtenteils richtig namhaften!) lateinamerikanischen Genreregisseur:innen inszenieren zu lassen. Leider entspricht die Ausbeute in etwa den nordamerikanischen Pendants – eine bunte Tüte Gemischtes mit einem ganz netten und nur einem richtig gelungenen Beitrag. 

„The Traveler“ / „San La Muerte“ (Mike Mendez, KILLERS, BIG ASS SPIDER): In der Rahmenhandlung verhören zwei Cops den einzigen Überlebenden eines Massakers, der behauptet, unsterblich zu sein und den beiden Gruselgeschichten zu ungelösten Fällen erzählt, um seine Story zu untermauern. Funktional und langweilig, auch wenn es am Schluss noch etwas (unnötig) blutiges Geballer gibt. 

„Tambien Lo Vi“ (Demián Rugna, WHEN EVIL LURKS): Mathematiktslent Gustavo öffnet mit wildem Lichtgefuchtel nach einem bestimmten Algorithmus versehentlich das Tor ins Totenreich und wird von einer Leiche heimgesucht. Sehr creepy und mit üblem Creature Design, könnte glatt ein Outtake aus Rugnas TERRIFIED sein. Das Highlight der Sammlung. 

„El Vampiro“ (Eduardo Sánchez, BLAIR WITCH PROJECT, EXISTS): Ein Vampir muss in der Halloweennacht die Beine in die Hand nehmen, weil er die Zeitumstellung vergessen hat. Äußerst unwitzige „Comedy“-Episode mit billigen Tricks und ebensolcher Optik. 

„Nahuales“ (Gigi Saul Guerrero, V/H/S/85): Ein CIA-Informant wird von einer Gruppe Männer verfolgt, die ihn offenbar einer Naturgottheit opfern wollen. Überlanger und nerviger Ethnohorror ohne Pointe. 

„The Hammer of Zanzibar" (Alejandro Brugués, JUAN OF THE DEAD, NIGHTMARE CINEMA): Malcolm und Amy treffen sich in einem Restaurant. Nach einer ominösen Zeremonie ist wohl einer von ihnen von einem kubanischen Dämon besessen. Ein Duell auf Leben und Tod beginnt – unterbrochen von einer wilden Backstory. Noch eine Comedyepisode, allerdings eine amüsante und gut gefilmte, mit schmissigem Themesong. 

Zieht man den Exotenbonus ab, bleibt nicht viel hängen von den Latinosatanisten. Gut, dass man uns von dieser Anthologie eine Serie wie THE ABCS OF DEATH oder V/H/S erspart hat.

5.5/10

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